Schüler kümmern sich um Wachsendes Gedenken in Nürnberg

Donnerstag
09 Jun
2022

Bei der Aktion „Wachsendes Gedenken“ sprießen neue Triebe

Am 09.06.2005 wurde in Nürnberg İsmail Yaşar vor seinem Imbiss von Rechtsterroristen ermordet. Unweit des Tatortes befindet sich die Scharrer Grund- und Mittelschule, die auch Herrn Yaşar Kinder besuchten. Der Imbiss war Treffpunkt für Schüler und Bürger des Stadtteils und ein lebendiger Fleck der Nachbarschaft. Noch heute ist nicht klar, warum İsmail Yaşar Opfer der Terroristen wurde. Klar ist nur, dass ein freundlicher Mann, den die Schüler und Bürger des Viertels sehr zu schätzen wussten, auf einmal nicht mehr da war.

Die Erinnerung soll weiter wachsen

Seit 2005 sind die Lehrer, Schüler und Anwohner aktiv dabei, das Andenken an Herrn Yaşar und die Aufklärung über rechte Strukturen aufrecht zu erhalten. Als die Idee des Bündnisses für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region an die Schule herangetragen wurde, fand diese wohlwollen Anklang. Die Metapher des Baumes als Zeichen des langewährenden, generationenübergreifenden Gedenkens kam bei der Schule gut an und so wurde schnell der Entschluss gefasst, die Patenschaft für den Baum zu übernehmen.

Die Wahl des Baumes

Ziel der Aktion „Wachsendes Gedenken“ ist es, den Familien und Angehörigen der Opfer einen Ort zu schaffen, an dem sie selbst die Erinnerung lebendig halten können. Daher konnte Familie Yaşar die Art des Baumes frei wählen. Die Entscheidung fiel auf eine Walnuss. Dieser Baum hat in der Ursprungstradition der Yaşar eine tiefe Bedeutung. Der Familie war es wichtig, dass die Schüler der Scharrerschule Früchte ernten können und somit positive Erlebnisse bei der Pflege des Baumes erfahren.

Ein Fest des Gedenkens

Neben der Familie, den Schülern und Lehrern hat auch die Stadtverwaltung Nürnbergs ein großes Interesse an der Aufklärung der rechten Strukturen rund um den NSU. OB Marcus König hat mit der Familie des ermordeten İsmail Yaşar – Sohn Kerem Yaşar und Tochter Deniz Nur-Aktaş – sowie Prof. Barbara John, Ombudsfrau für die Angehörigen der Opfer des NSU, am 2. Juni bei einer Gedenkzeremonie das Straßenschild enthüllt. In der Nähe des Tatorts an der Scharrerstraße steht eine Gedenkstele. Schüler der Scharrerschule, die Initiative Gleißhammer und das städtische Menschenrechtsbüro haben die Veranstaltung gestaltet.

Fast 200 Menschen nahmen an der Einweihung des Baumes und des İsmail Yaşar Platzes teil. Begleitet wurde die Veranstaltung durch musikalische Beiträge der Schüler.

GREGOR GYSI IM TALK MIT HANS-DIETER SCHÜTT

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