Rechter Terror in Deutschland! Wir gedenken der Opfer!

19.11.2011, 18:38 Uhr

Statement: Alter Gasometer e.V., Rechtsträger für das Koordinierungsbüro des Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region


 

Zwickau, die Zelle des braunen Terrors? Zwickau, eine Stadt mit braunem Image?

NEIN!

 

Zwickau ist eine Stadt mit Geschichte, Kultur und Tradition.

Zwickau ist Kulturstadt – in Zwickau lebten und wirkten Persönlichkeiten wie Schumann, Müntzer, Römer sowie Pechstein und Bleyl.

Zwickau ist Automobilstadt - Horch, Audi, Trabant Sachsenring und Volkswagen stehen für über 100 Jahre Automobilgeschichte.

Zwickau ist Tourismusstadt – und lädt mit einem der schönsten Weihnachtsmärkte Sachsens nun zum Besuch.

Zwickau ist Erlebnisstadt mit unverwechselbarem Flair – friedlich, weltoffen und tolerant.

 

Deutschland hat offensichtlich ein Problem mit Rechtsterrorismus und Rechtsextremismus – nicht eine Stadt oder ein Bundesland und erst recht nicht nur der „Osten“.

Politik und Behörden haben die Gefahr von rechts über Jahrzehnte verharmlost und ignoriert – nicht die Bürger, Vereine, Gewerkschaften und Initiativen, welche sich seit Jahren aktiv für Demokratie und Weltoffenheit und gegen Rechtsextremismus engagierten.

Übergriffe auf Andersdenkende wurden zu oft als Gewalt unter Jugendlichen abgetan. Warnungen von Engagierten im Kampf gegen Rechtsradikalismus wurden zu oft nicht gehört oder als Panikmache abgestempelt. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse blieben zumeist ungehört.

Es ist an der Zeit sich der rechten Gefahr und deren Angriffe auf unsere Verfassung und Demokratie umfangreich zu stellen. Dazu bedarf es in erster Linie einer umfänglichen öffentlichen Aufklärung der schändlichen Taten. Weder blinder Aktionismus noch zögerliches Handel sind nun dem aktiven Handeln gegen Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus dienlich.

Alle demokratischen Parteien müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und eine konsequente Demokratieoffensive betreiben, Behörden müssen ihre Arbeit verantwortungsbewusst erledigen, bürgerschaftliches Engagement muss gestärkt werden.

 

Auch die Prüfung von Verboten von verfassungsfeindlichen Organisationen und Parteien darf kein Tabu sein. Solang Nazis „legal“ in deutschen Parlamenten ihre Hass-Tiraden posaunen dürfen, so lang mit staatlichen Geldern verfassungsfeindliche Strukturen unterstützt werden, so lang kann rechtes Gedankengut und faschistische Propaganda ungehindert auch in die Köpfe unserer Kinder.

 

Zwickau ist NICHT auf dem rechten Auge blind – Zwickau hat Nazis satt!

 

Dafür engagieren sich seit Anfang der neunziger Jahre Vereine, Parteien, Gewerkschaften, Kirchgemeinden, Sport- und Jugendorganisationen, die Verwaltungsspitze und viele engagierte Bürger im Bündnis für Demokratie und Toleranz (vormals Bündnis gegen Rechts).

Projekte mit Schulklassen, Veranstaltungen wie die „Interkulturelle Woche“, die „Tage der Demokratie und Toleranz“, das „Gewalt ohne Mich“ Festival, regelmäßige Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalfaschismus oder die Novemberpogrome, Aktions- und Protestveranstaltungen gegen Rechtsextremismus, Veranstaltungen zur Stärkung von Bürgerschaftlichen Engagement oder Multiplikatorenschulungen sind nur eine Auswahl der vielfältigsten Angebote des Koordinierungsbüro des Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region.

 

Dieses Engagement wurde zu Letzt mit dem Sächsischen Demokratiepreis 2011 gewürdigt.

 

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz und seine Partner möchten in der nächsten Woche mit Mahnwachen und Kundgebungen an die Opfer des rechten Terrors in Deutschland gedenken und zeigen, dass Zwickau keine Heimstätte rechtsextremen Terrors ist und dem braunen Gedankengut eine klare Absage erteilt.

 

Wir ermuntern Sie – lassen Sie uns gemeinsam einen Appell senden für Toleranz, Weltoffenheit und gegen Rechtsextremismus – in Deutschland, in Sachsen, in Zwickau!

 

 

Statement: Alter Gasometer e.V., Rechtsträger für das Koordinierungsbüro des Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region


Zurück