Sächsischer Förderpreis für Demokratie 2011 - Zwei Preise gingen in den Landkreis Zwickau

10.11.2011, 08:34 Uhr


Am 9. November 2011 wurde  zum fünften Mal der Sächsische Förderpreis für Demokratie  – der Oskar unter den Zivilgesellschaftlichen Preisen, so Frau Dr. Petra Lidschreiber vom rbb in ihrer Begrüßung - verliehen. 67 Initiativen haben sich in diesem Jahr für den Preis beworben, aus denen  zehn für eine Prämierung nominiert wurden.

 

Der Jury gehörten Dr. Dorothee Freudenberg, Anetta Kahane , Sebastian Krumbiegel, Rupert von Plottnitz, Wolfgang Tiefensee, Bastian Wierzioch und Prof. Dr. Andreas Zick an.

 

Zwei Preise gingen in den Landkreis Zwickau. So erhielt das „Bunte Bürgerforum“  einen Hauptpreis und das „Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region“ einen Anerkennungspreis.


Für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie konnten sich Projekte und Initiativen bewerben, die eine demokratische und tolerante Alltagskultur stärken. Die Maßnahmen sollten sich offensiv mit Themen wie Menschenrechte, Minderheitenschutz und Ursachen und Folgen von Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus beschäftigen. Ein weiterer Aspekt war die Förderung der Zusammenarbeit mit Schulen, Kommunen, Polizei, lokalen unternehmen und Kirchgemeinden durch die bewerbende initiative.

"Die sächsische Landesregierung hat sich zuletzt vor allem durch die Schwächung der Zivilgesellschaft hervorgetan, etwa durch die Einführung der Extremismusklausel oder die massenhafte Abfrage von Handydaten im Zusammenhang mit den Anti-Nazi-Protesten im Februar 2011. Die Auslobung eines 'Bürgerpreises' ist in dieser Situation äußerst scheinheilig, nicht zuletzt weil es auch schon seit 2007 einen anerkannten Demokratiepreis in Sachsen gibt", sagt Rupert von Plottnitz, Vorsitzender des Stiftungsrats der Sebastian Cobler Stiftung.

"Menschen in Sachsen haben wie auch anderswo in Europa mehr Vorurteile, wenn sie Regelkonformität, gepaart mit Law-and-Order-Wünschen, Rufen nach einem starken Staat und Traditionalismus pflegen. Die Initiativen setzen dagegen vorbildlich auf eine positive Einstellung zur Vielfalt der Meinungen und Kulturen, die vor abwertenden Vorurteilen schützt und eine positive Haltung zu demokratischer Beteiligung ermöglicht" so Prof. Dr. Andreas Zick von der Universität Bielefeld in seiner Laudatio.

 

Weitere Infos:

http://www.demokratiepreis-sachsen.de/

http://www.zwickauer-demokratie-buendnis.de/

http://www.buntesbuergerforum.de/

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1595767/

 


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