Tage der Demokratie und Toleranz in der Zwickauer Region, Rückblick und Ausblick

05.05.2011, 00:58 Uhr


Pressemitteilung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region

Tage der Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region – Veranstalter ziehen Fazit

Nachdem die Tage der Demokratie und Toleranz 2011 zu Ende gegangen sind, zogen die VeranstalterInnen im Rahmen der gestrigen Bündnissitzung Fazit. Neben dem Rückblick wurde auf der ersten Bündnis-Sitzung nach den Demokratie-Tagen aber auch nach vorn geschaut und bereits der Zeitraum für die Demokratie-Tage im Jahr 2012 festgelegt. Diese werden im kommenden Jahr vom 16. April bis zum 27. April stattfinden. Erste Themenvorschläge wurden ebenfalls eingebracht und diskutiert. Eine endgültige Festlegung auf ein zentrales Leitthema erfolgt aber erst in den kommenden Wochen.

 

Gemessen an den Besucherzahlen, sind die diesjährigen Demokratie-Tage mit ca. 2400 Besuchern die erfolgreichsten in der Geschichte der Veranstaltungsreihe. Auch an der hohen Qualität der Veranstaltungen im diesjährigen Veranstaltungsprogramm zeichnet sich die Weiterentwicklung der Demokratie-Tage ab, erklärte Oberbürgermeisterin und Schirmherrin Frau Dr. Findeiß bereits in der Eröffnungs­veranstaltung. Dies zeigte sich nicht nur im Grußwort des sächsischen Staatsministers des Inneren, Herrn Markus Ulbig, sondern auch in der prominenten Besetzung der Demokratie-Tage. Es gelang den Veranstaltern durch Höhepunkte wie ein Gesprächsabend mit dem Bürgerrechtler Dr. Joachim Gauck und eine Veranstaltung mit dem bekannten Journalisten Günter Wallraff ein breites Publikum zu erreichen. Von den 33 angebotenen Veranstaltungen richteten sich in diesem Jahr 13 Veranstaltungen gezielt an junge Menschen. In Besucherzahlen ausgedrückt, brachten sich ca. 850 Jugendliche in die Demokratie-Tage ein und besuchten die Veranstaltungen.

 

In Anlehnung an das von der Europäischen Union ausgerufene Jahr der Freiwilligentätigkeit standen die diesjährigen Demokratie-Tage unter dem Motto „Bürgerschaftliches Engagement“. Sowohl in Fachvorträgen, als auch in Gesprächsrunden mit bürgerschaftlich Engagierten wurde hervorgehoben, dass die Bereitschaft, sich einzubringen größer ist, als weithin angenommen. Insgesamt sind 22 Millionen Menschen in diesem Lande in irgendeiner Form aktiv. Das sind 34 % aller Menschen über 14 Jahren. Dabei gilt es besonders, die jungen Menschen für bürgerschaftliches Engagement zu interessieren. Dies gelingt nur, wenn die Tätigkeit projektbezogen, kurzfristig, sichtbar, lokal und attraktiv für junge Menschen ist. „Wer es nicht vermag, dies sicherzustellen, wird kein bürgerschaftliches Engagement generieren können.“, resümierte Björn Redmann, Geschäftsführer und Bildungsreferent Sächsische Landjugend e.V., im Rahmen seines Fachvortrages für die Eröffnungsveranstaltung.

 

Darüber hinaus wurde innerhalb der Demokratie-Tage in  Gesprächsforen mit Engagierten deutlich, dass bürgerschaftliches Engagement ein wertvoller und wichtiger Beitrag für das Gemeinwohl darstellt, aber nicht als Lücke sozialstaatlicher Aufgaben verstanden werden darf. Bürgerschaftliches Engagement muss unterstützend und ergänzend wirken und darf nicht als infrastrukturelles Angebot verstanden werden.

 

Auch die Frage nach grundlegenden (finanziellen) Rahmenbedingungen spielte in den 10 Tagen eine wiederkehrende Rolle und wurde rege diskutiert. Dabei wurde festgestellt, dass die Bedingungen für Bürgerschaftliches Engagement oftmals noch nicht ausreichend  sind. Bürgerschaftliches Engagement kostet Geld – für die Verbände und für die Freiwilligen.  In den letzten 10 Jahren ist die Möglichkeit, sich Kosten, die sich aus der Ehrenamtlichkeit ergeben, erstattet  zu bekommen um 10 Prozent zurückgegangen. Die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Unkosten und Aufwandsentschädigungen und größere Wertschätzung durch Gesellschaft und Medien sind weitere Aufgaben, die Ehrenamtliche benannten.


Zurück