Wettbewerb Plakat- und Kalendermotive - MISCH MIT – Aktiv für Demokratie und Toleranz

14.11.2012, 20:47 Uhr


MISCH MIT lautet das Motto des Zwickauer Demokratiebündnis im Jahr 2013. Und schon jetzt beginnen die ersten Vorbereitungen für diverse Veranstaltungen. So auch eine Aktion für Kinder und Jugendliche, zu welcher jetzt schon aufgerufen wird.

Der Wettbewerb Plakat- und Kalendermotive unter dem Thema „MISCH MIT! – Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ist eine Initiative des BÜNDNIS FÜR DEMOKRATIE und TOLERANZ der ZWICKAUER REGION und wird unterstützt vom Verein ALTER GASOMETER – Das Soziokulturelle Zentrum der Zwickauer Region und den Kunstsammlungen Zwickau.

Die Schirmherrschaft hat Herr Professor KLAUS STAECK, Max-Pechstein-Ehrenpreisträger der Stadt Zwickau 2011 und seit 2006 Präsident der Akademie der Künste in Berlin, übernommen.

Die Idee für dieses Projekt entwickelte sich am Rande der Preisverleihung im Mai 2012 in den Kunstsammlungen Zwickau zwischen dem Demokratiebündnis und Klaus Staeck.

Bis zum 23.07.2013 haben Kinder und Jugendlichen Zeit, Plakat- und Kalendermotive zum Wettbewerb MISCH MIT – Aktiv für Demokratie und Toleranz einzureichen. Die Fachjury tagt im Oktober und wählt aus allen Einsendungen 12 Motive aus, welche in einem Jahreskalender 2014 sowie in einer Plakatausstellung öffentlich präsentiert werden. Wir freuen uns auf kreative, originelle und auch kritische Beiträge. Ob einzeln, in der Gruppe oder in der Schule gestaltet, alle Beiträge sind herzlich willkommen.

 

Alle Infos zu den Teilnahmebedingungen, zu den Workshops, den Ausstellungen und den Präsentationen gibt es auf www.zwickauer-demokratiebündnis.de.

 

 

Informationen:

Teilnahmeberechtigte

Zur Einreichung berechtigt sind Kinder und Jugendliche (6 bis 27 Jahre).

 

Teilnahmebedingungen

Die Motive müssen sich mit dem Thema „MISCH MIT! – Aktiv für Demokratie und Toleranz“ auseinandersetzen.

Diskriminierende oder gesetzwidrige Motive sind nicht zugelassen.

 

Form der Einreichung

Die Motive können bis zum 23. Juli 2013 im Koordinierungsbüro des Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region im Alten Gasometer | Vereinshaus, Kleine Biergasse 3 per Post oder persönlich als Print oder Digital Version, mit Hinterlassung der Kontaktdaten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefon) abgegeben werden.

Die Motive sollen mindestens in A4 Größe gestaltet werden.

 

Wettbewerbsphasen

  • Einsendeschluss bis zum 23.07.2013
  • Jury Entscheidung bis zum 1.09.2012
  • Prämierung von 12 Motiven aus allen Einsendungen   
  • Gestaltungsworkshop mit den Preisträgern in den Herbstferien (Oktober 2013) unter fachlicher Anleitung
  • Herstellung der Kalender mit den 12 Siegermotiven bis November 2013
  • Herstellung von Plakaten mit den 12 Siegermotiven bis Februar 2014

 

Präsentation

Die Präsentation der 12 Siegermotive erfolgt in Form eines Jahreskalenders 2014, welcher an Schulen, Jugendeinrichtungen, Firmen, Institutionen, etc. in Zwickau und der Zwickauer Region verteilt wird.

 

Im Weiteren findet eine Plakatausstellung im Zwickauer Rathaus zu den 12. Tagen der Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region im April 2014 statt. Eröffnen wird die Ausstellung u.a. der Schirmherr des Wettbewerbes  Herr Prof. Klaus Staeck.


 

Jury

Prof. Klaus Staeck – Schirmherr

Dr. Petra Lewey – Leiterin Kunstsammlungen Zwickau

Christian Siegel - Maler

Gundula Schubert – Koordinatorin, Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region (ab 1.01.2013)

Anke Nick - Kulturpädagogin 

 

Schirmherr

Prof. KLAUS STAECK - Max-Pechstein-Ehrenpreisträger der Stadt Zwickau 2011, Grafiker, Verleger, Rechtsanwalt, seit 2006 Präsident der Akademie der Künste in Berlin.

Ein Mensch welcher mit seiner konsequenten und hellwachen gesellschaftskritischen Arbeit schon seit Jahrzehnten nicht wegzudenken ist aus der politisch motivierten Kunst in Westdeutschland.  
Seit Anfang der 1960er Jahre begleitet das umfassende Werk des Künstlers bis heute die nunmehr gesamtdeutsche Wirklichkeit nicht  nur mit den satirischen Kommentaren der Plakatkunst, sondern auch mit vielfältigen, ganz konkreten politischen Initiativen. Durch vorwiegend sozialkritische Themen auf Plakaten und Postkarten avancierte Klaus Staeck zu einem der bedeutendsten und mit Joseph Beuys dem bekanntesten politischen Künstler des Nachkriegs-Deutschland.  
Ganz unbestreitbar fasziniert seine hochpräzis agierende Fähigkeit, einen Sachverhalt kritisch so zu pointieren, dass gewissermaßen ein Wort-Bild-Gesamtkunstwerk entsteht, in dem sich schlaglichtartig ein Staunen mit einer ungeahnten Perspektive vereint. Humor und Witz, aber auch bitterböse Satire werden hier zur treibenden Kraft  von Staecks Entlarvungstechnik. Bereits die weitreichende Entscheidung durch die kongeniale, massenmediale Form von Plakaten und Postkarten zu provozieren, hat für öffentliche und kontroverse Diskussionen gesorgt. Plakate sind eben seit Staeck nicht mehr nur im Besitz der Werbebranche und Wahlkämpfer.  
Staecks Kunst ergreift ironisch aufgeladen und mit prägnanten Slogans oder subtiler Schärfe stets die Partei all derer, die auf der benachteiligten Seite der Gesellschaft stehen, und sie bezieht Position gegen alle politischen und medialen Verkrustungen. Die visuelle und verbale Konzentration auf ein bestimmtes Problem des Zeitgeschehens schafft eine Bildwirklichkeit, die gerade wegen ihrer ironisch gebrochenen Zuspitzung beim Betrachter ein kritisches, auch selbstkritisches Problembewusstsein auslöst.

Viele Themen von Klaus Staeck sind auch ganz unmittelbar tagespolitisch gewählt. Der unterhaltsame Erkenntniskick funktioniert aber genauso bei seinen zeitlosen Motiven und Inhalten.
Klaus Staeck wurde 1938 in Pulsnitz/Kreis Kamenz bei Dresden geboren und wuchs in der Industriestadt Bitterfeld auf. Nach dem Abitur 1956 übersiedelte er nach Heidelberg und studierte Jura. Seit 1960 Mitglied der SPD,  
engagierte er sich schon als Student politisch und meldete sich mit Postkarten, Plakaten und Flugblättern zu Wort. 1965 gründete er den Produzentenverlag „Edition Tangente“, der später als „Edition Staeck“ firmierte und auch zahlreiche Multiples und Editionen anderer Künstler wie Joseph Beuys, Wolf Vostell, Nam June Paik, Daniel Spoerri oder A.R. Penck verlegte. Gemeinsam mit Günter Wallraff und Joseph Beuys beteiligte er sich bei zahlreichen sozial-, kultur- und umweltpolitischen Aktionen. 1970 erhielt Klaus Staeck den 1. Zille-Preis für sozialkritische Grafik in Berlin. Mit dem Plakat „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen“, das im Bundestagswahlkampf 1972 in einer Auflage von 70.000 Exemplaren erschien, geriet er durch die CDU in erste Gerichtsprozesse. Über 40-mal wurde  inzwischen vergeblich versucht, ein Plakat von Klaus Staeck zu verbieten.  
Trotz starker Interventionen der politischen Gegner wurden mittlerweile mehr als 300 Plakate und zahlreiche Fotos in über 3000 Ausstellungen weltweit präsentiert. Staecks unermüdlicher Einsatz für Kunst- und Medienfreiheit, seine Plakate und Aktionen sowie die politischen Auseinandersetzungen hierüber spiegeln unmittelbar die Demokratisierungsprozesse in der Bundesrepublik. Inzwischen ist Klaus Staeck aber auch in den Reihen der Union akzeptiert.  
In der DDR wurde er durch Plakate wie „Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten“ – mit dem Porträt von Dürers Mutter – aus dem Jahr 1971 bekannt, und das Plakat mit der Sprechblase „Ruf doch mal an!“ (1977) aus einer Wanze erhielt hier eine ganz andere Dimension.  
Seit 2006 ist Klaus Staeck Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Auch in dieser Funktion engagiert er sich für ein „tatkräftiges Einmischen“ der Künstler „auch in kommende gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen“ wie etwa der Protest gegen die Inhaftierung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei im letzten Jahr. 

 

 

 


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