Das Jahr 2020 ist ein ganz besonderes für unseren Verein, denn es stehen gleich mehrere Jubiläen an.

Das Gebäude Alter Gasometer wurde vor 145 Jahre als Gaslager fertiggestellt und zählt heute zu den bedeutenden Industriedenkmalen Zwickaus.

Vor 20 Jahren, am 23. August 2000 konnte nach rund 15 Monaten Sanierungszeit, der Alte Gasometer, nunmehr durch den Verein Alter Gasometer wiedereröffnet werden.

Der Verein Alter Gasometer ist das Ergebnis einer Entwicklungsgeschichte, die im Herbst 1989 begann. Der erste öffentliche Aktionstag fand vor 30 Jahre, am 1. September 1990 in der Inneren Plausche Straße statt.

Ausführliche Informationen zu unseren Jubiläen finden sie auf den nachfolgenden Seiten.

Coronabedingt müssen leider eine Vielzahl geplanter Veranstaltungen im Festjahr entfallen. Bleiben Sie aber informiert! Neuigkeiten finden Sie auf unserer Webseite und auf unseren Social-Media-Kanälen.


145 Jahre Industriedenkmal Alter Gasometer

Nördlich des Muldeparadieses und direkt gegenüber dem beeindruckenden Renaissanceschloss Osterstein befindet sich das Backsteinrund des Alten Gasometers. Er zählt heute zu den bedeutenden Industriedenkmalen Zwickaus. Zugleich ist er ein beindruckendes Beispiel, wie neues Leben in alte Mauern einziehen kann. Mit der Einrichtung einer öffentlichen Gasbeleuchtung wurde 1853 auch der Bau eines Gaswerkes notwendig. Ein zweiter Gasbehälter wurde vier Jahre später errichtet. Der heute noch erhaltene gründerzeitliche Gasometer am Rande der Innenstadt war der dritte dieser Behälter. Er wurde 1875 mit einem Fassungsvermögen von 3.000 m3 fertiggestellt. Das Gas wurde aus Steinkohle erzeugt, wobei Teer, Koks und Ammoniak als Nebenprodukte entstanden. Die Anlage war bis zum Jahr 1900 in Betrieb. Nach der Stilllegung diente der Gasometer als Lagerhalle.

Mehr Informationen zum Thema Industriekultur in Zwickau und Sachen erfahren Sie unter www.zwickau.de.


20 Jahre Alter Gasometer

Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelten Stadtverwaltung, Architekten und Vereine Konzepte für den Erhalt dieses Baudenkmals und eine künftige Nutzung als Bürgerzentrum. 1998 erfolgte der Beschluss des Zwickauer Stadtrates zum Ausbau des Objektes. Nach 15 Monaten Bauzeit konnte das Gebäude am 23. August 2000 an den Betreiber „Alter Gasometer e. V.“ übergeben werden. Unterstützt wurde die Sanierung von Europäischer Union, Bund und Land. Als Industriedenkmal stellt der Alte Gasometer nicht allein nur eine Sehenswürdigkeit inmitten der Stadt Zwickau dar, sondern er verleiht den verschiedensten Formen von Veranstaltungen ein unverwechselbares Gesicht. Durch die außergewöhnliche Architektur erhalten Konzerte, Theateraufführungen, Feste und Feiern, Tagungen und Konferenzen, Lesungen oder Programmkino einen unvergesslichen Rahmen. In der Barterre, im Erdgeschoss des Alten Gasometer, befindet sich ein Gastraum, welcher im gemütlichen Ambiente Platz für private Feiern, Seminare und Zusammenkünfte bietet. Im Vereinshaus nebenan befinden sich beispielsweise ein Jugendtreff, Kreativ- und Projekträume, der Freizeittreff der Mobilen Behindertenhilfe, das Koordinierungsbüro des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, das Koordinierungsbüro der Zwickauer Partnerschaft für Demokratie, das Büro des Afrikaverein Zwickau und ein Bandproberaum.


30 Jahre Soziokulturelle Arbeit

Der Verein „Alter Gasometer“ ist das Ergebnis einer Entwicklungsgeschichte, die im Herbst 1989 begann. Mitte des Jahres 1989  wächst bei Aktivistinnen und Aktivisten aus den Gruppen des konziliaren Prozesses der Gedanke, ein Friedenszentrum in Zwickau zu gründen. Am Rande einer Montagsdemo wurden im November erste Räumlichkeiten in der Inneren Plauenschen Str. 16 der damaligen Stadtführung abgetrotzt. Erste Arbeitseinsätze folgten. Der Verein Friedenszentrum Zwickau e.V. – unser Ursprungsverein, wurde gegründet. Am 1. September 1990 begann mit einem ersten Aktionstag das Wirken in der Öffentlichkeit und im bereits teilsanierten Haus. Ein Segment der Berliner Mauer wird als Geschenk des damaligen Abrüstungsministers der DDR Herrn Eppelmann vor dem Friedenszentrum aufgestellt. Das Haus, welches heute nicht mehr steht – dafür der Neubau der Müller Drogerie, füllte sich mit Bibliothek, Weltladen und Müttergruppe. Vereine und Initiativen mit kulturellen, pädagogischen und ökologischen Angeboten sowie Migrations- und Kinderarbeit erweiterten das Spektrum

Heute steht der Verein für ein hochwertiges und vielfältiges Programm mit seinen inhaltlichen Schwerpunkten Jugendarbeit, Demokratiearbeit und Kulturarbeit. Bildung und Teilhabe sind dabei zentrale Bausteine. Angebote finden mittlerweile nicht mehr nur am Standort Kleine Biergasse statt. Seit 2015 betreiben wir in Kooperation mit der Diakonie Stadtmission Zwickau das Historische Dorf in Zwickau Schedewitz. Ab 2019 engagieren wir uns noch verstärkter im ländlichen Raum  – unser Streetwork Team ist seit dem in den Städten Crimmitschau, Kirchberg, Mülsen und Wilkau-Haßlau unterwegs. Für den Betrieb des Jugendclub in Kirchberg schaffen wir aktuell die Rahmenbedingungen. Darüber hinaus führen wir verschiedene Veranstaltungen im öffentlichen Raum für oder mit Partnern durch. Die Beschreibung als Soziokulturelles Zentrum will zeigen, dass es um einen Ansatz geht, der Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft sowie vielfältigen Lebens- und Glaubensauffassungen einen Freiraum bietet. Unterschiede sollen nicht als trennend, sondern als anregend und bereichernd erkannt werden. Solch ein Projekt braucht das Engagement vieler Menschen: Haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter, Vereinsmitglieder, Gäste bei Veranstaltungen oder Kursteilnehmer. Wir sind eine starke Gemeinschaft und immer offen und interessiert an Ihnen und Ihren Ideen – machen Sie mit.