#hinterdenzahlenstehenmenschen – Gedenken für die Coronatoten des Landkreises Zwickau

Montag
17 Jan
2022

Am Montagabend fand am Eingang der Inneren Schneeberger Straße, nebst dem Dom, eine Kundgebung unter dem Motto #hinterdenzahlenstehenmenschen statt. Die gut 100-150 Teilnehmer*innen gedachten unter Einhaltung der Abstandsregeln und Maskenpflicht den Toten, die an den Folgen der Corona-Pandemie verstorben sind. Mit dabei waren neben Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik, auch eine Harfenistin, die der Veranstaltung einen würdigen Rahmen verlieh. Abgerundet wurde das Zusammentreffen durch verschiedenste Wortbeiträge und besinnliche Musik. Wir bedanken uns bei den Organisatoren und hoffen, dass auch in Zukunft so ein Gegenpol zu den sog. „Spaziergängen“ gesetzt werden kann.

Bilder: Simone Hock

Gedenken am 04.11.

Freitag
05 Nov
2021

10 Jahre nach der Enttarnung des NSU gedenkt man in Zwickau den Opfern und intensiviert die Aufarbeitung.

Zwickau, 04.11.2021

Zivilgesellschaft und Verwaltung gedenken, reflektieren und mahnen

Viele Jahre wurden von Jena, Chemnitz und Zwickau aus Morde und Überfälle geplant. Geschützt von einem Netzwerk, das besonders in diesen Städten aktiv war, konnten Gräueltaten im ganzen Land verübt werden.

Am 4. November 2011 explodierte in Zwickau ein Haus und der NSU wurde für uns alle sichtbar. Nach und nach kamen die Taten der Rechtsterroristen ans Licht, doch (zu) vieles liegt noch immer im Dunkeln. In den Städten, in denen sich die Drahtzieher besonders sicher bewegen konnten, stellt sich vor allem die Frage, welche Verantwortung die Behörden, Verwaltungen und die Zivilgesellschaft hatten und haben.

Reicht es?! – 10 Jahre NSU-Aufarbeitung

Dieser Fragestellung gingen auch zwei vom Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung und der Stadt Zwickau organisierte Workshops nach. Unter dem Motto „Reicht es?! – 10 Jahre NSU-Aufarbeitung“ gingen die Teilnehmenden einen Tag lang in die Aufarbeitung. Was wurde in den Städten getan? Welche Akteure beteiligen sich in welchem Maße an einer Reflektion? In einem moderierten Prozess arbeiteten Vertreter*innen aus Chemnitz, Jena und Zwickau sowie der Verwaltung des Freistaates Sachsen an diesen Fragestellungen.

Im Ministerium möchte man die bestehenden Bemühungen stärken und finanziert die Konzeption eines Dokumentationszentrums. Die weitere Aufarbeitung des rechten Terrors ist ein wichtiger Bestandteil der Aufklärung und dient als Mahnung für weitere Generationen. Aus diesem Grund übergab Sachsens Justiz- und Demokratieministerin Katja Meier einen Fördermittelbescheid an den RAA Sachsen e.V..

Aktion „Wachsendes Gedenken“ startet in Zwickau

Im Zuge der Fördermittelübergabe stellte das Bündnis für Demokratie und Toleranz die Gedenkaktion „Wachsendes Gedenken“ vor.

Seit März 2021 reifte in der Zwickauer Zivilbevölkerung und bei den Verantwortlichen des Bündnisses für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region eine konkrete Idee, um den zehn Opfern des rechten Terrors zu gedenken – 10 Jahre nach der Enttarnung wichtiger denn je.

Daher wurde seit Anfang des Jahres darüber nachgedacht, wie ein Gedenken und eine Aufarbeitung aussehen könnten. Da unter den Engagierten die Befürchtung wuchs, dass Stadtverwaltung und Stadtrat die Bedeutung dieses Datums nicht ausreichend im Blick haben könnten, wurde man aktiv.

Christian Siegel, Mitglied des Bündnisbeirats und Zwickauer Stadtrat, brachte die Idee des „Wachsenden Gedenkens“ ein. Ausgehend vom Bild der Bäume des Zwickauer Gedenkortes für die Opfer des NSU nahm das Koordinierungsbüro des Bündnisses für Demokratie Kontakt zu allen Städten auf, in denen der NSU Menschen ermordet hatte. Vertreter*innen der Zwickauer Zivilgesellschaft möchten junge Bäume zum Gedenken an die Ermordeten in jene Städte senden. Es kam mit einigen Städten zu einem intensiven Austausch. Beim „Wachsenden Gedenken“ geht es nicht um Gedenkfolklore oder um Kunst, die nicht stören soll, sondern es geht um Auseinandersetzung und um die Perspektive der Opfer und ihrer Hinterbliebenen.

Deshalb sollen die Wünsche der Familien und Angehörigen der Opfer immer im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund waren die Rückmeldungen aus den Städten unterschiedlich, jedoch immer dankbar, positiv und nicht abgeneigt in der Zukunft einen Baum aus Zwickau zu pflanzen.

In den Städten Heilbronn, Nürnberg und Hamburg wurde die Idee des „Wachsenden Gedenkens“ sehr positiv aufgenommen und in bereits bestehende Gedenkveranstaltungen integriert oder in neue Ideen eingebunden.

In Nürnberg beispielsweise wird der Baum, der zum Gedenken der drei Opfer stehen soll, in der Nähe eines Tatorts gepflanzt. Eine angrenzende Schule hat sich angeboten, die Patenschaft zu übernehmen, den Baum zu pflegen und in unterschiedlichen Momenten an diesem Ort zu gedenken.

Dazu ein Dankeswort aus Nürnberg:

„Wir freuen uns sehr, dass wir uns an der Aktion “Wachsendes Gedenken“ beteiligen dürfen, bei der Bäume als Zeichen und Geschenk von Zwickau in die Städte gehen. Wir planen diesen Baum in Absprache mit den Angehörigen an den Ort zu pflanzen, an dem İsmail Yaşar am 9. Juni 2005 ermordet wurde. Ganz herzlichen Dank schon im Voraus für diese gute Idee und das Baumgeschenk.“

In Hamburg plant man den von der Familie gewünschten Feigenbaum in einer repräsentativen Grünanlage vor dem Altonaer Rathaus zu pflanzen. Ein Ort, an dem sich Süleymann Taşköprü besonders gern aufgehalten hat.

In der Stadt Heilbronn wird der Baum im Sommer nächsten Jahres im Zuge der Einweihung des neuen Polizeipräsidiums gepflanzt. Er soll vor dem Präsidium auf einer öffentlich zugänglichen Stelle stehen und dort an Michèle Kiesewetter erinnern.

Die Kosten für das „Wachsende Gedenken“ werden vollständig durch Spenden getragen. Für jeden Baum wird ein kleiner vierstelliger Betrag benötigt, um den gewünschten Standort vorzubereiten und einen Baum zu finden, der sich für die Örtlichkeit eignet.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann seine Spende weiterhin abgeben unter: https://www.betterplace.org/de/projects/100612?utm_campaign=user_share&utm_medium=ppp_stats&utm_source=Link

Städtisches Gedenken im Dom und am Gedenkhain mit Beiträgen der Zivilgesellschaft

Um 18 Uhr fand im Dom St. Marien ein weltoffenes Gedenken statt. Vertreter*innen der Kirchen sowie der Muslimgemeinden gedachten gemeinsam mit der Bevölkerung Zwickaus den zehn Opfern. Vor dem Eingang erinnerten die von engagierten Zwickauerinnen und Zwickauern geschaffenen Gedenkbänke an die Opfer.

Im Dom selbst erinnerten Susanne-Hartzsch-Trauer, bereits aktiv in der Bürgerbewegung der DDR und 1991 Mitbegründerin des SOS-Mütterzentrums Zwickau, gemeinsam mit dem Musiker Dyaa Kassoma an die Werte, an der eine Gesellschaft gemessen wird.

„Nehmen wir uns den Wunsch dieser Menschen, in deren Schuld unser Land steht, zu Herzen. Versuchen wir selbst, jeder an dem Platz, an den er gestellt ist, dafür einzustehen, dass Deutschland ein vielfältiges Land bleibt, in dem Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Tradition eine Heimat haben und wir einander mit Respekt begegnen. Stehen wir alle ein für eine offene Gesellschaft!“

Im Anschluss gingen die Besucher gemeinsam zu Fuß zu den Gedenkbäumen am Schwanenteich. Der Zug passierte dabei das Frauentor und damit die Licht- und Soundinstallation, die von Engagierten der Zwickauer Bevölkerung initiiert wurde. Auf großen Bannern waren Bilder und Lebensdaten der Getöteten zu sehen, mittels Lautsprecher wurden deren Lebensläufe und Interviews mit den Hinterbliebenen abgespielt.

Am Gedenkhain selbst wurde nach einem kurzen Trompetenspiel eine Schweigeminute abgehalten und Kerzen an den Bäumen abgestellt.

Aufarbeitung des Workshops und Diskussion mit der Bevölkerung

Zu einer öffentlichen Diskussionsrunde kam es dann am Abend in der Neuen Welt. Sowohl Teilnehmende aus den Workshops als auch Staatsministerin Katja Meier und ein Vertreter des Innenministeriums diskutierten, wie Gedenken und Aufarbeitung zusammengehen können. Auch die Perspektive der Hinterbliebenen wurde durch einen Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess mit klaren Worten in den Mittelpunkt gerückt.

Wer sich ein Bild des Austausches machen möchte, findet die Diskussion in voller Länge unter:

https://www.youtube.com/watch?v=jNROW26sz80&t=233s

SPENDENAUFRUF zum Gedenken an die Opfer des NSU

Dienstag
19 Okt
2021

Am 04.11.2011 wurde in Zwickau das neonazistische Terrornetzwerk des NSU enttarnt. Über zehn Jahre lebten die Mitglieder im Untergrund. So auch in der Stadt Zwickau. Gedeckt von einem Netzwerk aus Unterstützern, konnten Sie von hier aus Überfälle und Morde planen.

Der Zwickau Zivilgesellschaft ist es wichtig, den Menschen, die diesem Netzwerk zum Opfer gefallen sind, zu gedenken und einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung rechter Strukturen zu leisten, um weitere Gewalttaten zu verhindern.

Dafür brauchen wir eure Unterstützung:

Wachsendes Gedenken

Auf unsere Initiative hin ist in unserer Stadt im Herbst 2019 für jedes Opfer ein Gedenkbaum im Rahmen eines Gedenkortes für ein „wachsendes Gedenken“ gepflanzt worden. Von diesem Ort aus soll das Gedenken weiterwachsen. Daher haben wir die Idee, für jedes Opfer einen Baum in die Heimatstädte zu versenden. Da die Bäume an den unterschiedlichsten Orten stehen sollen und auch die Familien der Opfer in die Wahl des Baumes mit einbezogen werden, benötigen wir eure Unterstützung, um die Wünsche so gut es geht erfüllen zu können.

Den Opfern ein Gesicht geben

Bereits am Tag der Urteilsverkündung gegen Beate Zschäpe gedachte die Zivilbevölkerung Zwickaus den Opfern. Damit die getöteten Menschen nicht nur Namen bleiben, kreierte ein Künstler Banner, auf denen die Namen und Gesichter der Opfer sichtbar sind. Aufgespannt auf Alu-Traversen wurden diese auf dem Hauptmarkt in Zwickau aufgestellt. Diese Banner sollen am 04.11. erneut in Zwickau platziert werden. Damit der Aufbau sichergestellt und die Ausstellungsstücke vor Vandalismus geschützt werden können, sollen die in dieser Aktion gesammelten Spenden verwendet werden.

Hier geht’s zur Spendenaktion: Gedenken an die Opfer des NSU – Alter Gasometer e.V. – betterplace.org

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Kein Schlussstrich – Bundesweite Aktionswochen in Zwickau!

Donnerstag
14 Okt
2021

Pressekonferenz zur Vorstellung des Programms im Gewandhaus Zwickau

Die bundesweiten Aktionswochen unter dem Motto „Kein Schlussstrich!“ sind ab dem 21.10. auch in Zwickau zu Gast. Insgesamt beteiligen sich 15 deutsche Städte daran.

Zehn Jahre ist es her, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) enttarnt wurde. Die Veranstaltungsreihe geht mittels unterschiedlicher Veranstaltungsformate wie Konzerte, Ausstellungen, Theater, Diskussionsrunden und Kino auf die Aufarbeitung des NSU-Komplexes, aktuelle Strukturen und natürlich die Geschichte der Opfer und Hinterbliebenen ein. Ab dem 21.10. finden in Zwickau in Kooperation mit den Zwickauer Novembertagen über 15 Veranstaltungen statt. Wichtiger Bestandteil ist dabei das städtische Gedenken an die Opfer des NSU am 4.11.2021. Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam vom Theater Plauen-Zwickau, dem Alten Gasometer und der Stadt Zwickau organisiert.

Hier geht’s zum Programm:

https://www.theater-plauen-zwickau.de/kein-schlussstrich-.php

Flyer zum Download:

https://issuu.com/wir-gemeinsam/docs/21fly_kein_schlussstrich_2021_final

Als besondere Aktion startet am 15.10.2021 zudem ein Spendenaufruf an die Zwickauer Zivilgesellschaft, um das Gedenken am 04.11. und weitere Aktionen zu finanzieren. Ziel sind 4.000€!

Gedenken der Toten durch den Faschismus

Sonntag
12 Sep
2021

Demokratiebereich nimmt an offizieller Gedenkveranstaltung teil

Der zweite Sonntag im September ist seit vielen Jahren der Gedenktag der Opfer des Faschismus. Seit der Wiedervereinigung auch bundesweit. In Zwickau begeht man dieses Gedenken am Ehrenmal der Opfer des Faschismus am Schwanenteich. Vertreter unterschiedlicher Parteien, Stadträte, des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten e.V., das Bündnis für Demokratie und Toleranz sowie Teilnehmer der Zivilgesellschaft erinnerten an die vielen Menschen die dem Faschismus zum Opfer fielen.

Gedenken am Freiheits- und Einheitsdenkmal zu „30 Jahre Deutsche Einheit“

Samstag
03 Okt
2020

Heute vor 30 Jahren – nur ein knappes Jahr nach dem Mauerfall – tritt die frühere DDR der Bundesrepublik bei. Nach viereinhalb Jahrzehnten ist die Teilung Deutschlands beendet.
Am heutigen Feiertag lagen Vertreter des Vereins Alter Gasometer (v.l.n.r.: Vorstandsvorsitzender Sebastian Dietzsch, Geschäftsführer Mario Zenner, Projektleiter Matthias Bley) dankbar am Zwickauer Einheits- und Freiheitsdenkmal symbolisch 30 Sonnenblumen nieder.
Mit dem Wochenende endet auch die Veranstaltungsreihe „30 Jahre Friedliche Revolution | 30 Jahre Deutsche Einheit“.

Nachdem das 2. Zwickauer Bürgerfest am 3. Oktober im Muldeparadies coronabedingt leider ausfallen muss, möchten wir dennoch mit einem kleinen Angebot an das historische Datum „30 Jahre Deutsche Einheit“ erinnern. Im Muldeparadies werden von Freitagabend bis Sonntagabend auf einer großen LED-Wand wiederkehrend verschiedene Bilder und Videos aus der Wendezeit zu sehen sein. Die Durchlaufzeit beträgt dabei ca. 40 Minuten. Die Fotos wurden in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Kulturamt Zwickau ausgesucht, außerdem wurde ein Aufruf an die Bevölkerung gestartet, eigene Bilder beizusteuern.

Das Freiheits- und Einheitsdenkmal wurde am 3. Oktober 2011 eingeweiht. Es steht in unmittelbarer Nähe des Soziokulturellen Zentrums Alter Gasometer. In das von der Künstlerin Erika Harbort geschaffene Denkmal ist ein originales Segment der Berliner Mauer integriert. Der Verein Alter Gasometer schenkte 2011 der Stadt Zwickau dieses Segment der Berliner Mauer. Erhalten hatte es der Verein 1989 als Geschenk des damaligen Abrüstungsministers der DDR Herrn Eppelmann.

Gedenken: 30 Jahre Mauerfall

Samstag
09 Nov
2019

Die Gedenkveranstaltung am Freiheits- und Einheitsdenkmal in unmittelbarerer Nähe zum Alten Gasometer, anlässlich des 30. Jahrestages des Falls der Mauer, brachte Zwickauer Bürger zusammen. Trotz regnerischem kalten Wetters erfreuten sich die Besucher an einer künstlerischen Performance des Mondstaubtheaters Zwickau, die einen symbolischen Mauerfall inszenierten und eigens dafür errichtetes „Mauerstück“ aus Holz und Stoff abrissen. Ein großer Dank geht deshalb an die theaterbegeisterten Menschen, aber ebenso an die Redner. Es sprachen die Bürgermeisterin Kathrin Köhler und Olivia Tschiersch und Sven Richter vom Jugendbeirat Zwickau. Die Worte des Erinnerns, aber auch die Worte über die Freiheit, die allen Menschen nach dem Mauerfall gewährt wurden, waren sehr bewegend und regten zum nachdenken an. Am Ende der Veranstaltung wurde ein Kranz zum Gedenken an die Opfer der Mauer niedergelegt.

Die Rede des Jugendbeirates zum Thema Freiheit können Sie sich gerne hier noch einmal durchlesen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin Olivia Tschiersch 15 Jahre Alt und das ist Sven Richter 20 Jahre und wir beide vertreten heute den Zwickauer Jugendbeirat. Wir wurden, für heute zum Gedenktag des Mauerfalls, vom Gasometer gebeten eine kleine Rede zu halten. Diese Anfrage nehmen wir gerne wahr, weil auch, wenn wir auch nicht direkten Kontakt zur DDR und der Mauer hatten, haben unsere Eltern und Großeltern, diesen noch aktiv miterlebt und uns somit auch geprägt. Deshalb haben wir uns im Jugendbeirat kurz überlegt was wir hier heute sagen und was uns wichtig ist. Und das ist, wie auch hier steht, die Freiheit!
Die Freiheit zu entscheiden wer man ist.
Die Freiheit zu entscheiden was man im Leben machen möchte.
Die Freiheit zu reisen und überall hin die Welt zu erkunden.
Die Freiheit sich für andere einzusetzen.
Die Freiheit Grenzen zu überschreiten und in Europa frei zu reisen.
Und da wären wir auch beim zweiten Punkt. Europa. Denn ohne den Mauerfall gäbe es dieses Europa, wie wir es heute kennen mit Erasmus, […] Gemeinschaft nicht. So würden Initiativen wie Fridays For Future […] nicht funktionieren. Aus diesem Grunde sind wir glücklich, eine Meinungsfreiheit zu haben. Demonstrieren zu gehen ohne verhaftet zu werden und damit dem Staat zu zeigen, dass er auch auf uns hören muss, denn das nennt man Demokratie und wir, der Demokratisch gewählte Jugendbeirat, setzten uns für die Demokratie ein […]. Wir können uns zum Glück nicht vorstellen, was diese Sachen früher bedeutet haben, weil wir glücklicher Weise in einer Zeit geboren sind, in all das selbstverständlich ist. Allerdings nutzen wir auch noch die positiven Dinge. Zum Beispiel die Simsons, die uns auch heute noch treu begleiten. Als letzten Satz, möchten wir noch sagen, dass wir uns leider nicht vorstellen können, wie das Gefühl der Menschen damals war, als die Mauer gefallen ist, aber wir es gut finden, dass diesem Tag auch heute noch gedacht wird. Wir danken vielmals, dass wir als Jugendbeirat sprechen durften und ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

Der Verein Alter Gasometer schenkte 2011 der Stadt Zwickau ein Segment der Berliner Mauer. Dieses erhielt der Verein als Geschenk des damaligen Abrüstungsministers der DDR Herrn Eppelmann 1989 geschenkt. Das Mauersegment wurde von der Künstlerin Erika Harbort zum  Zwickauer Freiheits- und Einheitsdenkmal umgestaltet und am 3. Oktober vor dem Alten Gasometer der Öffentlichkeit übergeben.

Diese Gedenkveranstaltung ist dabei nur eine von vielen im Rahmen des Festjahres „30 Jahre friedliche Revolution – 30 Jahre Deutsche Einheit“ und der Gedenkreihe „Novembertage“.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.

„Zwickau, erinnerst Du Dich?“ mit Prof. Dr. Aleida Assmann

Freitag
08 Nov
2019

Gemeinsam mit dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium und dem Mütterzentrum ist es uns gelungen, im Rahmen der Reihe „Schule im Dialog“ und der „Novembertage“ die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018 nach Zwickau einzuladen. Frau Prof. Dr. Assmann referierte knapp 60 Minuten über Gedenk- und Erinnerungskultur in Deutschland, Städten wie Zwickau und in Schulen. Dabei spielten auch die Nachkriegsjahre und Generationen eine Rolle, das schwierige Verhältnis zum Begriff der „Nation“ sowie die unterschiedliche Aufarbeitung in Ost und West. Anschließend hatten die ca. 150 Gäste Gelegenheit, sich an der offenen Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Stadtverwaltung, Schule und Zivilgesellschaft zu beteiligen. Ein großes Thema bei allen: Die Aufarbeitung des NSU und das Gedenken an die Opfer in Zwickau.

Veranstalter: SOS Mütterzentrum | Käthe-Kollwitz-Gymnasium | Alter Gasometer e.V. | 

Gedenktag an die friedliche Revolution des Jahres 1989

Mittwoch
16 Okt
2019

Der 16. Oktober 1989 war für Zwickau ein Meilenstein-Tag, denn er markierte den Beginn einer neuen Freiheit. Erstmals fand an diesem Tag in der Marienkirche ein Friedensgebet statt. Viele Menschen kamen und fortan gehörte die Teilnahme an weiteren Friedensgebeten mit anschließenden Demonstrationen zu den bleibenden Höhepunkten in ihrem Leben.
Ein lokaler Gedenktag soll fortan, beginnend mit dem 16. Oktober 2014, die Erinnerung an die wichtigen Ereignisse der friedlichen Revolution lebendig halten und sie zugleich vor einem etwaigen Vergessen bewahren. Den Vorschlag hatte das Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region der Stadt Zwickau im März 2014 gemacht. Eine entsprechende „Satzung der Stadt Zwickau über die Bestimmung des 16. Oktober als Gedenktag an die friedliche Revolution des Jahres 1989″ beschlossen die Zwickauer Stadträte schon im Folgemonat, am 24. April 2014. Künftig soll dieser Tag mindestens alle fünf Jahre durch entsprechende Veranstaltungen aufgewertet werden.

Auf den Tag genau vor 30 Jahren reihte sich Zwickau in die Zeit des Aufbruchs ein. Pfarrer Storl begrüßte damals hunderte Zwickauer im Dom zum ersten Friedensgebet. Es folgte eine Zeit des Umbruchs, der Unsicherheit, aber auch des gemeinsamen Dranges nach Freiheit, der stärker war, als so manche Ängste. Anlässlich dieses Jubiläums trafen sich die führenden Akteure von damals und erinnerten in einem neuerlichen Friedensgebet an jene geschichtsträchtigen Tage. Im Anschluss wurden in einem Rundgang Orte der friedlichen Revolution besichtigt und Hintergründe von Zeitzeugen erläutert. Vom Dom ging es zur Katharinenkirche, zur ehemaligen Stasizentrale, die damals mit einer Menschenkette von hunderten Zwickauern in der Lessingstraße umstellt wurde, und abschließend zur Moritzkirche.

Diese Gedenkveranstaltung ist dabei nur eine von vielen im Rahmen des Festjahres „30 Jahre friedliche Revolution – 30 Jahre Deutsche Einheit“ und der Gedenkreihe „Novembertage“.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Sonntag
27 Jan
2019

Anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus fand auch in Zwickau eine Gedenkveranstaltung statt. Rund 70 Personen nahmen an dem geführten Rundgang durch die Stadt Zwickau teil.

Zu Beginn versammelte man sich auf dem Platz der Völkerfreundschaft. Begonnen wurde das Gedenken mit einigen ergreifenden Worten der Baubürgermeisterin Kathrin Köhler. Die wies darauf hin, dass gerade in der heutigen Zeit, in der es immer weniger Zeitzeugen gibt, ein aktives Gedenken auch für die jüngere Generation von großer Wichtigkeit ist, um nicht zu vergessen. Im Anschluss erläuterte der Historiker Christian Landrock die Route des Erinnerungsspazierganges und ging auf die Rolle Zwickaus zu Zeiten des Nationalsozialismus ein. Dabei wurde klar, dass Zwickau einer der ersten Orte außerhalb des Freistaates Bayerns ist, in dem die NSDAP Fuß fassen konnte. Der zweite Gedenkort, der besucht wurde, war der Georgenplatz. An dieser Stelle befand sich ab 1935 das Polizeipräsidium, von dem aus die unrechtmäßige Verfolgung der Zwickauer Juden und der Gegner des NS-Regimes organisiert wurde. An dem dafür aufgestellten Gedenkstein wurden den Opfern, durch Niederlegung einer Rose und dem Entzünden einer Kerze, gedacht. Im Anschluss fand man sich am Schloss Osterstein zusammen, welches als „Wildes Konzentrationslager“ bezeichnet wurde. Als Außenstelle des KZ Flossenbürg wurden hier ebenfalls Menschen unrechtmäßig eingesperrt und ermordet. Zum Abschluss gedachte man am Standort des ehemaligen jüdischen Gebetshauses, in der Katharinenstraße, der jüdischen Opfer des Nationalsozialisums.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.