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Mittwoch 07. Jul Uhr

Fachtag: DIE ZUKUNFT SACHSENS – junge Menschen mit Migrationsvordergrund und diskriminierungskritische Perspektiven auf Jugendhilfe in Sachsen

Die Fachstelle Jugendhilfe des Kulturbüro Sachsen e.V. hat 2019 bis 2020 eine exemplarische Feldforschung zu jugendhilferelevanten Bedarfen junger Menschen mit Migrationsvordergrund in Sachsen durchgeführt.

Als Ergebnis der Feldforschung kann unter anderem festgehalten werden, dass Schutzräume vor rassistischen Alltagsbedrohungen existentiell wichtige Voraussetzungen brauchen. Hier bekommt die Kinder-und Jugendhilfe eine wichtige Rolle. Mädchen und junge Frauen mit Migrationsvordergrund sind mehrfach unsichtbar und werden als Zielgruppe nicht erreicht. Stereotypisch werden auch in der Jugendhilfe rassistische Vorurteile und homogene Zuschreibungen der Mehrheitsbevölkerung reproduziert. Unsere Ergebnisse zeigen aber auch, dass eine erfolgreiche Arbeit mit jungen Menschen mit Migrationsvordergrund in Sachsen möglich ist.

Neben einer Vorstellung und Diskussion unserer Ergebnisse erwarten Sie auf dem Fachtag eine Keynote von Peggy Piesche, Schwarze deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und transkulturelle Trainerin für Intersektionalität, Diversität-Inklusion, Rassismus- und Machtkritik sowie für kritische Weißseinsreflexion/ Leiterin des Fachbereichs „Politische Bildung und plurale Demokratie“ der Bundeszentrale für politische Bildung, Workshops zu Möglichkeiten migrationssensibler Jugendarbeit mit Expert*innen aus der Praxis, eine Diskussion zum Potential von Jugendarbeit innerhalb migrantischer Selbstorganisationen und jede Menge fachlicher Austausch.

Hintergrundinformationen zur Feldforschung

Analysiert wurden Interviews mit Jugendlichen und mit 23 verschiedenen Jugendhilfeinstitutionen und -projekten in freier und öffentlicher Trägerschaft, mit migrantisch selbstorganisierten Jugendprojekten, und jungen Menschen mit Migrationsvordergrund in Sachsen. Die Veröffentlichung der Feldforschung, ihrer Ergebnisse, Empfehlungen und Schlussfolgerungen entwickeln eine Relevanz für die Jugendhilfe in Sachsen, und nicht zuletzt für die jungen Menschen mit Migrationsvordergrund, deren Bedürfnisse und Bedarfe bisher nicht ausreichend gesehen, gehört und wahrgenommen wurden. Eine Broschüre, die unsere Forschungsergebnisse zusammenfasst, wird zum Zeitpunkt des Fachtags vorliegen.

Fachtag-Programm:

  • 10:00 – 10:10 Begrüßung
    Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V.
  • 10:10 – 10:45 Keynote
    Peggy Piesche, Schwarze deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und transkulturelle Trainerin für Intersektionalität, Diversität-Inklusion, Rassismus- und Machtkritik sowie für kritische Weißseinsreflexion/ Leiterin des Fachbereichs „Politische Bildung und plurale Demokratie“ der Bundeszentrale für politische Bildung
  • 11:00 – 12:00 Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse einer Feldforschung zu Bedarfen migrantisierter junger Menschen in Sachsen
    Lisa Bendiek, Sok Kierng Elisa Ly und Danilo Starosta, Fachstelle Jugendhilfe des Kulturbüro Sachsen e.V.
  • 13:00 – 14:30 Workshops: best practice-Beispiele migrationssensibler Jugendarbeit in Sachsen
    Sisters* – rassismuskritische Mädchenarbeit in Sachsen, LAG Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen; Zusammenarbeit mit Osteuropa HEROES®, RAA Leipzig
  • 14:45 – 15:45 Podiumsdiskussion: Chancen und Herausforderungen der Institutionalisierung von Jugendarbeit in migrantischen/ BIPoC-Selbstorganisationen
    N.N. (Arabischer Verein für Integration und Kultur e.V., Chemnitz), Mohammad Mohammad (djo, Dresden/ Refugees and Friends, Freital), Flaurita Maffokang (Afropa e.V.), Moderation: Peggy Piesche

Rednerin:

Peggy Piesche ist eine Schwarze deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und transkulturelle Trainerin für Intersektionalität, Diversität-Inklusion, Rassismus- und Machtkritik sowie für kritische Weißseinsreflexion. In der BpB leitet sie den Fachbereich „Politische Bildung und plurale Demokratie“ mit den Schwerpunkten Diversität, Intersektionalität und Dekolonialität. In der Schwarzen feministischen Bewegung ist sie seit 1990 in Adefra e.V. (Schwarze Frauen* in Deutschland) community- und aktivistisch verwurzelt. Sie ist außerdem board member von ASWAD (Association fort the Study of the Worldwide African Diaspora).

Interessierte Teilnehmer*innen sollen sich per Mail bis 2. Juli an lisa.bendiek@kulturbuero-sachsen.de anmelden, möglichst bald.

Die Teilnehmer*innenanzahl ist auf Grund des Infektionsschutzes auf 50 Personen begrenzt, die Tagung findet in Präsens statt. 

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch die Zwickauer Partnerschaft für Demokratie. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Soziokultur ist wieder möglich, aber es müssen ein paar Sachen beachtet werden. Wir bitten Sie deshalb, sich an unsere Hygienehinweise und Abstandsregeln zu halten. Das komplette Hygienekonzept finden Sie hier.

Details

Datum
07.07.2021
Zeit
09:30 bis 16:00 Uhr
Eintritt
kostenfrei
Veranstaltungsort
Saal
Kleine Biergasse 3
Zwickau, 08056

Website:
www.alter-gasometer.de
Kategorie
Workshop
Veranstalter
Kulturbüro Sachsen e.V.
Alter Gasometer e.V.
Stadt Zwickau