Vom Friedenszentrum zur Soziokultur

Der Verein "Alter Gasometer – Soziokulturelles Zentrum e.V." ist das Ergebnis einer Entwicklungsgeschichte, die im Herbst 1989 begann. 1990 Jahren gründeten Aktivisten und Aktivistinnen in der Inneren Plauenschen Straße 16 in Zwickau ein Friedenszentrum. Neben diesem Zentrum bereicherten Weltladen, Müttergruppe, Initiativen mit kulturellen und ökologischen Angeboten sowie Migrations- und Kinderarbeit das Zentrum. Die Vielfalt der agierenden Gruppen erfuhr 1992 mit der Gründung des Vereins "Bildungs- und Begegnungsstätte Buntes Zentrum e.V." eine Bündelung ihrer Interessen und Ressourcen.
Im gleichen Jahr erfolgte eine Rückübertragung der Immobilie an den Alteigentümer. Für 7 Jahre wurde nun die Walther-Rathenau-Str. 12 das neue Zuhause des Vereins. Kinder, Jugend und Kultur erhielten räumlich und inhaltlich ein größeres Gewicht. Ein Bandproberaum und die Angebote der Mobilen Behindertenhilfe erweiterten das Spektrum der Einrichtung. Es war eine Übergangslösung, denn auch diesem Objekt stand eine Übertragung an den Eigentümer bevor.
1994 begannen die Stadt Zwickau sowie verschiedene städtische Vereine Konzepte für den Erhalt des Baudenkmals Alter Gasometer, verbunden mit einer künftigen Nutzung als Soziokulturelles Zentrum, zu entwickeln. Am 29. Oktober 1998 beschloss der Zwickauer Stadtrat den Ausbau des Objektes. Nach 15 Monaten Bauzeit konnte das Gebäude am 23. August 2000 an den Betreiber "Alter Gasometer – Soziokulturelles Zentrum e.V." übergeben werden. Auf dem Wege der Verschmelzung bildet der Verein die Rechtsnachfolge für alle Aktivitäten, die zuvor unter dem Begriff "Buntes Zentrum" bekannt waren.

Baugeschichte

Der Gasometer, wie wir ihn heute sehen, stand damals noch nicht.
Er war als Gasometer C der dritte und größte Gasometer auf dem Gasanstaltsgelände. Der Bau begann 1874. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme erfolgte 1875. Das Fassungsvermögen betrug 3000 m³. Er wurde nach dem Glockenprinzip gebaut, d.h. in dem gemauerten Rundbau war eine nach unten offene Glocke geführt, die bei voller Füllung bis oben ausgefahren war. Zwischen Mauer und Gasglocke gab es einen 75 cm breiten Zwischenraum, der mit Wasser (in den Wintermonaten zusätzlich mit Alkohol) aufgefüllt wurde. Das Gas wurde aus Steinkohle erzeugt und als Nebenprodukte wurden Koks, Teer und Ammoniakwasser vermarktet.
Bis zum 9. November 1900 wurde an diesem Standort in Zwickau Gas erzeugt. Nach der Stilllegung diente der Gasometer lediglich als Lagerraum.
Seit 1994 entwickelten die Stadt Zwickau, die Architekten Andreas Kottusch und Michael Lotzmann sowie Vereine der Stadt Konzepte für den Erhalt dieses Baudenkmals und eine künftige Nutzung als Bürgerzentrum bzw. soziokulturelles Zentrum. Am 29. Oktober 1998 erfolgte der Beschluss des Zwickauer Stadtrates zum Ausbau des Objektes.
Nach 15 Monaten Bauzeit konnte das Gebäude am 23. August 2000 an den Betreiber „Alter Gasometer e.V. – Soziokulturelles Zentrum“ übergeben werden.
Die Sanierung und Ausstattung des Objektes wurde aus Mitteln des Europäischen Strukturfonds (URBAN) sowie aus Mitteln des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz durch die Bundesrepublik Deutschland, das Land Sachsen und die Stadt Zwickau ermöglicht.

Chronik

1989    

Gegen Jahresmitte wächst bei Monika Dressel und einigen Aktivistinnen und Aktivisten aus den Gruppen des konziliaren Prozesses der Gedanke, ein Friedenszentrum in Zwickau zu gründen.

 

Am Rande einer Montagsdemo wurden im November erste Räumlichkeiten in der Inneren Plauenschen Str. 16 der damaligen Stadtführung abgetrotzt. Erste Arbeitseinsätze folgten.

 

 

1990    

Der Verein Friedenszentrum Zwickau e.V. wurde gegründet.

 

Am 1. September begann mit einem Aktionstag das Wirken in der Öffentlichkeit und im bereits teilsanierten Haus. Ein Segment der Berliner Mauer wird als Geschenk des damaligen Abrüstungsministers der DDR Herrn Eppelmann vor dem Friedenszentrum aufgestellt.

 

Das Haus füllte sich mit Bibliothek, Weltladen und Müttergruppe. Vereine und Initiativen mit kulturellen, pädagogischen und ökologischen Angeboten sowie Migrations- und Kinderarbeit erweiterten das Spektrum

 

1992    

Die Gruppen mit ihren vielfältigen Inhalten und Ressourcen bündelten Ihre Interessen durch Gründung des Vereins Bildungs- und Begegnungsstätte Buntes Zentrum e.V.

 

Wegen der Rückübertragung der Immobilie an den Alteigentümer war ein Umzug unausweichlich. Dieser erste existenzielle Kampf endete mit der Bereitstellung des Objektes Walther-Rathenau-Str. 12, wohin der Umzug im Herbst erfolgte.

Diese räumliche Heimat war ebenfalls nur befristet, denn auch hier stand eine Rückübertragung bevor. Trotzdem wurden schrittweise viele Bereiche im Haus saniert und nutzbar gemacht.

 

1993    

Das „Hinterhaus“ wird eröffnet. Ein Cafe als multifunktionaler Bereich für Jugend, Kultur, Begegnung, Party, Diskussion, für Menschen mit und ohne Behinderung, für Einheimische wie Migranten und vieles mehr entsteht.

 

Ein separater offener Kinderbereich wird eingerichtet und eröffnet.

 

1994    

Mit einem Proberaum im Keller beginnt die Arbeit der Musikwerkstatt. Es folgt der erste Bandwettbewerb.

 

Im Dezember wird die AG Gasometer gegründet. Die Stadt Zwickau, Architekten und Vereine beginnen gemeinsam mit der Planung des Projektes „Alter Gasometer / Kleine Biergasse 3“ mit dem Ziel, der Soziokultur in Zwickau eine dauerhafte räumliche Perspektive zu sichern.

 

1995/96           

Die Einrichtung Buntes Zentrum und seine Vereine und Initiativgruppen arbeiten kontinuierlich und in unterschiedlichsten Formen in den Arbeitsfeldern Kultur, Kinder- und Jugendarbeit, Ökologie, Migration, Frieden und Gerechtigkeit. Die Intensität ist sehr unterschiedlich und wird jeweils durch die zur Verfügung stehenden Ressourcen bestimmt.

 

Parallel wird das Projekt „Alter Gasometer / Kleine Biergasse 3“ nach Kräften vorangetrieben, doch die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

 

1997/98

Die Realisierung der Zukunftsperspektive wird greifbarer. Für die zentrumsnahe Nordvorstadt erschließt sich eine Förderung durch das URBAN-Programm der Europäischen Union. Bestandteil ist auch der Bereich „Alter Gasometer / Kleine Biergasse 3“.

Nach den erforderlichen Ratsbeschlüssen beginnt die Sanierung.

 

Der Verein Alter Gasometer – soziokulturelles Zentrum e.V. wird 1997 gegründet. Sein Anliegen ist es, die perspektivisch weiterwachsende Einrichtung strukturell vorzubereiten, weitere Partner zu integrieren und somit gesicherte Grundlagen für die künftige Betreibung des Objektes anzubahnen.

 

1999    

Im März erfolgt die Übergabe des ersten Bauabschnittes. Das Gebäude Kleine Biergasse 3 ist aufwendig saniert und bietet insbesondere den Vereinen, Initiativen und Projekten gute Möglichkeiten für Ihre Angebote.

 

Parallel beginnen die Bauarbeiten des zweiten Bauabschnittes. Der Alte Gasometer wird von Grund auf saniert und mit einem Zwischenbau mit der Kleinen Biergasse verbunden.

 

2000    

Im August sind die Arbeiten beendet und der Eröffnung des Alten Gasometers steht nichts mehr entgegen. Aus Mitteln von Bund, Land und Kommune wurde ein wichtiges Kernstück – der große Saal, für Veranstaltungen verschiedenster Art – fertiggestellt.

 

2002    

Nach der gelungenen räumlichen Sicherung erfolgte die strukturelle Vereinfachung. Der Verein Alter Gasometer – soziokulturelles Zentrum e.V.  übernimmt auf dem Wege der Verschmelzung alle Aktivitäten, die zuvor unter dem Begriff und Verein Buntes Zentrum bekannt waren und bildet praktisch die Rechtsnachfolge und ist von nun an der Träger des Gesamtobjektes.

 

Erste gemeinsame Durchführung der Bandwettbewerbe des „Young Lion“ des FAB und der Musikwerkstatt des Gasometers.

 

2003    

Erste Newcomernight auf dem Zwickauer Hauptmarkt als Gasometer Warm-Up zum Zwickauer Stadtfest.

 

2005    

Der Verein muss die Arbeit im Bereich der offenen Kinderarbeit aus finanziellen Gründen einstellen.

 

2005    

Der Alte Gasometer beteiligt sich an der 1. Zwickauer Kunst- und Kulturmeile

 

2007    

Der Verein Alter Gasometer tritt als Co-Organisator & Co-Veranstalter der 1. Zwickauer Kulturnacht im Juli auf

 

2007    

Die BARTERRE eröffnet im November und ergänzt das gastronomische Angebot des Vereins

 

2008    

Im Dezember eröffnet das Koordinierungsbüro des Bündnis für Demokratie und Toleranz in Trägerschaft des Vereins Alter Gasometer seine Türen

 

2009    

Die Nachwuchsbandwettbewerbe der Vereine Alter Gasometer und FAB Crimmitschau richten sich in ihrem 16. Jahr konzeptionell neu aus und firmieren zum Zwickauer Musikforum

 

2009    

Im Frühjahr beginnt der Verein mit den Vorbereitungen der Festwoche „10 Jahre Alter Gasometer und 20 Jahre Soziokulturelle Arbeit in Zwickau“ vom 23.08. bis 1.09.2010

 

2010    

Die neue Kinder-Kultur-Reihe „Meilensteinchen“ startet erfolgreich

 

2010    

Der Verein beteiligt sich zur Schumann Fest Woche anlässlich des 200. Geburtstag Robert Schumann

 

2011    

  • Im Juli nimmt der neue Arbeitsbereich Soziokultur / Bildung seine Arbeit auf. 
  • Der Verein schenkt der Stadt Zwickau ein Segment der Berliner Mauer - Das Zwickauer Freiheits- und Einheitsdenkmal wird am 3. Oktober vor dem Alten Gasometer der Öffentlichkeit übergeben.

2012

  • Unter dem Motto „Alle sind gleich- jeder ist verschieden“ startet mit leisen & lauten, bunten, verrückten, entspannenden & individuellen Aktivitäten das Kinder-Inklusionsprojekt RUMPELWICHT.

2014

  • „Der Traum vom Fliegen - Renaissance und alles neu“ Unter diesem Thema stand die vierte Auflage unserer Kinder-Zirkus- Ferien-Workshop-Woche. Die Ergebnisse wurden u.a. auch zum "Festival der Reformation" in Zwickau aufgeführt.
  • Mai: Wählerforum zur Kommunalwahl
  • Mit Hilfe vieler Partner, Fördermittelgeber und privater Spender kann das Kino Casablanca digitalisiert werden und somit auf dem neusten technischen Standard wieder aktuelle Programmkinofilme gezeigt werden. Durchschnittlich 77 Gäste nutzen die Filmabende.
  • August: Wählerforum zur Landtagswahl
  • Im Rahmen der 10. Jugendgeschichtstagen am 20./21. 11. 2014 im Sächsischen Landtag stellten wir erstmals unsere Ausstellung  "Fußball in Zwickau - früher und heute!" der Öffentlichkeit vor.
  • Zur 12. Newcomernight führten wir ein medienpädagogisches Projekt durch. Eine filmerische Dokumentation entstand.
  • November: "Drei Jahre danach – die Opfer des rechtsextremen Terrors durch den so genannten NSU" Gesprächsrunde u.a.m.:  Barbara John, die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen der Opfer des Neonazi-Terrors durch den sogenannten NSU.  Die Perspektive der Nebenklage beleuchtete die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz.

2015

  • Im April erfolgt der offizielle Spatenstich für unser soziokulturelles Projekt "Historisches Dorf" Anlässlich der 900 Jahrfeier der Stadt Zwickau in 2018.
  • Im Juli nimmt unser neuer Arbeitsbereich "Koordinierungsbüro der Zwickauer Partnerschaft für Demokratie" seine Arbeit auf.
  • Anlässlich von "25 Jahren Deutsche Einheit" organisiert der Verein Alter Gasometer mit verschiedensten Partner ein Bürgerfest am 3. Oktober im MuldeParadies.
  • Das medienpädagogische Projekt "25 Jahre | 25 Menschen | 25 Geschichten" wird am 3. Oktober im Rahmen des Bürgerfestes mit einer Gesprächsrunde, einer Ausstellung sowie der Freischaltung der Projekthomepage erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
  • Wir unterstützten u.a. wieder städtische Veranstaltungen wie: FaN i.P, Lichterfest im Rahmen des Schumann Fest, Badewannen Fun Race auf dem Schwanenteich,historischen Handwerkermarkt an den ersten beiden Adventswochenenden im Domhof, Kinderfest Zwikkifax, Markttreiben wie zu Schumanns Zeiten

2016

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