KEIN BOCK AUF NAZIS mit 100 KILO HERZ | The Offenders | SOKO LiNX | BRECHRAITZ

Freitag
27 Jan
2023

Am 27. Januar gedachten wir den Opfern des Nationalsozialismus und der Befreiung des KZ Auschwitz. Diesmal nicht nur ruhig, sondern auch laut, denn es gab bei uns im Alten Gasometer ein „KEIN BOCK AUF NAZIS“-Konzert.

„Kein Bock Auf Nazis“ ist die größte unabhängige Jungend-Initiative gegen Rechtsextremismus und Rassismus, die unter anderem von Bands wie den Toten Hosen, die Ärzte, Beatsteaks, Broilers, Donots und natürlich den Gründern ZSK unterstützt wird.

Wir freuen uns, dass wir mit 100 KILO HERZ einen würdigen Headliner gewinnen konnten. Die Band aus Leipzig spielt Brass Punk und unterstützt „Kein Bock Auf Nazis“ seit vielen Jahren. Mit THE OFFENDERS kam eine Deutsch-Italo-Ska-Reggea-Punkrock Powercombo zu uns ins Haus. Thematisch setzt sich die Band von Anfang an mit sozialer Ungleichheit und Rassismus auseinander. Das Line-Up wurde mit den Leipzigern SOKO LiNX, die einen Mix aus Punkrock mit Elektro spielen, und den Casual Punkrockern BRECHRAITZ aus Jena abgerundet. Sebestian Krumbiegel war als Special Guest dabei.

Zuerst machte BRECHRAITZ mit Punkrock, der gut nach vorne ging, die Bühne unsicher und brachten den gut gefüllten Saal in Stimmung. Darauf folgten SOKO LiNX, die neben kreativen Eskapaden und Tanzeinlagen auch Special Guest Sebastian Krumbiegel sowie 100 KILO HERZ- Frontmann Rodi auf die Bühne holten. Nach kurzer Pause durften dann die italienischen Ska-Punker THE OFFENDERS auf die Bühne, was beim Publikum für eine gute Pogo-Stimmung sorgte. Den Headliner gaben am späten Abend dann 100 KILO HERZ, die nicht nur gute Musik lieferten, sondern auch mit so einigen Ansagen klare Statements abgaben. So gab es dann statt „Zugabe“-Rufen „Nazis raus!“ Rufe –  was aber letztlich genauso gut funktionierte, denn dieses Publikum hatte definitiv eine Zugabe verdient. Fast 400 sehr gut gelaunte Menschen sorgten für einen unvergesslichen Abend, der allen zeigte, dass sie nicht allein sind.

Veranstaltungen wie diese geben allen Kraft, die sie erleben, egal ob Publikum, Veranstalter*innen oder Musiker*innen. Vielen Dank an alle, die dabei waren!

Am „Tag der Opfer des Nationalsozialismus“ fand außerdem noch die Ausstellung BRUCH|STÜCKE im Foyer, die Lesung mit Diskussion mit Sebastian Krumbiegel und Jakob Springfeld in der BarTerre und ein das Gedenken „Kraniche in Zwickau“ auf dem Georgenplatz statt.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.

Sebastian Krumbiegel und Jakob Springfeld trafen sich am Tresen der BarTerre

Freitag
27 Jan
2023

Unter dem Titel „Ach, liebes Sachsen… was wir dir schon immer mal sagen wollten…“ trafen sich Jakob Springfeld und Sebastian Krumbiegel am Tresen der Barterre. Anlass war der „Tag der Opfer des Nationalsozialismus“, an dem außerdem noch das Gedenken „Kraniche in Zwickau“ am Georgenplatz, die Ausstellung BRUCH|STÜCKE im Foyer und das Konzert KEIN BOCK AUF NAZIS im Saal des Alten Gasometers stattfanden.

Sachsen – schwarz-gelb-grün gestreiftes Heimatland oder doch eher kleinkarierte Provinz?! Darüber haben an diesem Abend mit Jakob Springfeld und Sebastian Krumbiegel am Tresen der Barterre philosophiert und mit dem Publikum diskutiert. Die BarTerre war mit ca. 90 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt und auch vom Foyer aus lauschten noch ungefähr 30 weitere Gäste den beiden.

Außerdem lasen die beiden aus ihren Büchern. In seinem Buch „Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen Rechts“ berichtet der junge Aktivist Jakob Springfeld über seine Jugend in Zwickau, über offenen Hass und Angriffe von Rechts auf engagierte Menschen. Zu genau diesen Menschen gehört der Leipziger Musiker Sebastian Krumbiegel seit Jahrzehnten. Wieso? Das verrät er in seinem Buch „Courage zeigen: Warum ein Leben mit Haltung gut tut“. Bei den gelesenen Texten stellten sich überraschende Parallelen in den Erfahrungen heraus, obwohl so einige Jahre zwischen den Ereignissen liegen.

Im Anschluss gab es noch konstruktive Beiträge und Fragen aus dem Publikum, die gesellschaftliche Probleme offenbarten und um Lösungen rangen. Jakob Springfeld und Sebastian Krumbiegel gingen auf alles ein und diskutierten offen und tolerant mit dem Publikum.

Ein wichtiger Abend!

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.
Fotos: Diana Freydank und Ben Ulke

Ausstellung BRUCH|STÜCKE

Freitag
27 Jan
2023

Am  „Tag der Opfer des Nationalsozialismus“, an dem außerdem noch das Gedenken „Kraniche in Zwickau“, eine Lesung mit Sebastian Krumbiegel und Jakob Springfeld und das Konzert KEIN BOCK AUF NAZIS stattfanden, war die Ausstellung BRUCH|STÜCKE im Foyer des Alten Gasometers zu sehen.

Die Ausstellung „Bruchstücke – Die Novemberpogrome in Sachsen 1938“ ist seit 2018 Teil der Erinnerungskultur in Sachsen. Unter wissenschaftlicher Leitung und in Kooperation mit den jüdischen Gemeinden Sachsens.

Bislang sind für Sachsen mehr als fünfundsechzig kleinere und größere Orte dokumentiert, an denen es zu antijüdischen Kundgebungen, Verhaftungen, Wohnungs- und Geschäftszerstörungen, Gewalttaten, Zurschaustellungen von Juden sowie Zerstörungen von Synagogen und Gemeindeeinrichtungen kam.

Die Ausstellung fragt nach Akteuren – den Betroffenen, den Tätern, den Zuschauern – und ihren Handlungsspielräumen, der Symbolkraft und den Folgen der Ereignisse, der Erinnerungskultur und ihren Transformationsprozessen sowie den Geschichten, die mit dem 9./10. November 1938 in Sachsen verbunden und weitergegeben werden.

2019 hat die „Zwickauer Geschichtswerkstatt“ des Alter Gasometer e.V. eine Ausstellung unter dem Namen „Stadt Ohne…“ im Rahmen der Sächsischen Jugendstiftung erstellt und im Sächsischen Landtag präsentiert. (Auszeichnung erhalten)

Die Sammlung der zusammengestellten Texte ist nun Teil dieser Ausstellung und erweitert die Dokumentation um die Stadt Zwickau. Die im Gasometer am 27. Januar ausgestellten Teile betreffen den Chemnitzer Raum und die drei neuen Austellungselemente Zwickau.

Grundlage und Recherche der Zwickauer Geschichtswerkstatt waren die Sammlungen von Norbert Peschke (Heimathistoriker aus Zwickau) und die Materialien im Stadtarchiv Zwickau.

Auch die Besucher*innen der Lesung und des Konzertes kamen an der Ausstellung vorbei und viele blieben stehen und schauten sich die Tafeln interessiert an.

Mehr Informationen: www.bruchstuecke1938.de

Veranstalter: Alter Gasometer e.V. | HATiKVA e.V.

Kraniche in Zwickau – Bundesweiter Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

Freitag
27 Jan
2023

Der 27. Januar ist bundesweit erst seit 1996 ein offizieller Gedenktag. Die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, des Konzentrationslagers Ausschwitz sowie des Konzentrationslagers Monowitz im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs waren Schaubild für die systematische und nie dagewesene Zerstörung von Menschenleben.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz und der Alter Gasometer e.V. organisierten das Gedenken am Georgenplatz, an dem auch einige Schulklassen und Finanzbürgermeister Lasch teilnahmen.

Von 12 bis 16 Uhr konnten Interessierte, trotz widriger Wetterumstände und Kälte, ihr Gedenken zum Ausdruck bringen. Die Organisatoren boten eine geschützten Ort um Gestecke, Kränze oder Origami-Kraniche niederzulegen. Dieser ist Zeichen des Glücks und soll in diesem Kontext das Glück der Generationen verdeutlichen, die nicht mit dem Schrecken des Holocaust und des Krieges in Berührung gekommen sind.

#NIEWIEDER

Am „Tag der Opfer des Nationalsozialismus“ fand außerdem noch die Ausstellung BRUCH|STÜCKE im Foyer und das Konzert KEIN BOCK AUF NAZIS im Saal des Alten Gasometers statt. Außerdem gab es eine Lesung mit Diskussion mit Sebastian Krumbiegel und Jakob Springfeld in der BarTerre.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.

Prozess Inklusion! Abschlusstreffen 2022 – Für mehr Teilhabe im Kulturbereich!

Donnerstag
26 Jan
2023

Kultureinrichtungen werden immer inklusiver, um Teilhabe und Chancengerechtigkeit für Menschen mit Behinderung zu verbessern. Bei diesem Prozess erhalten sie seit 2019 von der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich Unterstützung. Im Rahmen eines zwölfmonatigen, intensiven Beratungsformats werden alle Bereiche der Kultureinrichtung in den Blick genommen. Neben der baulichen Barrierefreiheit geht es auch um Programmgestaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Personal.
Im Jahr 2022 nahmen wieder drei Kultureinrichtungen an der Prozessbegleitung der Servicestelle teil: der Alte Gasometer e.V. Soziokulturelles Zentrum Zwickau, die Erzgebirgische Theater und Orchester GmbH (Annaberg-Buchholz) und der Kulturhafen Dresden. Das feierliche Abschlusstreffen fand am 26. Januar 2023 im Kulturhafen Dresden statt. Dabei wurden die Erfolge präsentiert und über umgesetzte sowie zukünftige Projekte berichtet.

„Die Ziele einer Prozessbegleitung können nur gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen der Kulturbetriebe erarbeitet und umgesetzt werden, zumal jede Kultureinrichtung in Sachsen je nach Sparte, Ort und Größe des Hauses sehr individuell zugeschnitten ist. Die Servicestelle steht den Kultureinrichtungen als Beraterin zur Seite. Die eigentliche Umsetzung leistet die Kultureinrichtung.“ Johanna von der Waydbrink, Leiterin der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich

Kurzinformationen zu den Kultureinrichtungen

Alter Gasometer e.V. Soziokulturelles Zentrum Zwickau

Der Alte Gasometer e.V. bietet mit den Arbeitsbereichen Kulturarbeit, Jugendarbeit und Demokratiearbeit sowie als Veranstaltungsort für Konzerte, Theateraufführungen, Feste und Feiern, Tagungen und Konferenzen, Lesungen oder Programmkino ein vielfältiges Programm, zu dessen zentralem Baustein Teilhabe gehört. Aus diesem Grund haben sich die Mitarbeiter:innen des Vereins auf den Weg der Prozessbegleitung gemacht. Themen waren die digitale Barrierefreiheit für die Öffentlichkeitsarbeit, Anpassungen des denkmalgeschützten Gebäudes, Finanzierungsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung. Dabei war von Anfang an klar: Es ist ein Weg, der wahrscheinlich nie enden wird, denn das Thema bleibt immer aktuell. (Alter Gasometer e.V. Soziokulturelles Zentrum Zwickau)

Erzgebirgische Theater und Orchester GmbH

Die letzte Spielzeit der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH  stand unter dem Motto „Werden wir menschlich gewesen sein?“ Diese Frage wurde auch unter dem Gesichtspunkt der Inklusion gestellt. Wie zugänglich sind die Vorstellungen und das Programm für Menschen mit Behinderungen? Wie offen treten wir Mitarbeitenden mit Behinderungen gegenüber? Welche Bedürfnisse hat unser Publikum? In gemeinsamen Beratungen und Weiterbildungen wurden mit der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich passende Lösungsansätze erarbeitet. (Erzgebirgische Theater und Orchester GmbH)

Kulturhafen Dresden

Yes-oder-Nie! ist eine Improvisationstheater-Gruppe aus Dresden, die 2020 auf der Suche nach einem Ort für Proben, Auftritte und Workshops die Räumlichkeiten der ehemaligen Tanzschule Graf entdeckt und angemietet hat. Innerhalb der folgenden zwei Jahren entstand der Kulturhafen – ein kleines Theater mit einem bunten Programm: Es gibt Improtheater, Konzerte, außergewöhnliche Veranstaltungen verschiedener Genres, Puppentheater und mehr. Durch die Prozessbegleitung hat das Kulturhafen-Team Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht und berücksichtigt. Auch in Zukunft sollen Hürden abgebaut und Inklusion vor und auf der Bühne umgesetzt werden – mit dem Ziel ein offener Hafen, ein Theater für alle zu sein. (Kulturhafen Dresden und Improvisationstheatergruppe Yes-oder-Nie!)

Text & Fotos: Servicestelle Inklusion im Kulturbereich

Die Servicestelle Inklusion im Kulturbereich, in Trägerschaft des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Einrichtung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

2022 in Bildern – Eine Achterbahnfahrt!

Dienstag
27 Dez
2022

Das Jahr geht dem Ende entgegen und leider ist es wiederum keines ohne Sorgen. Auf die eine Krise folgt die nächste. Wie so viele andere auch, musste und muss sich der Verein Alter Gasometer auf die Lage einstellen. Doch es gab auch viele Lichtblicke 2022, denn viele Highlights konnten wieder stattfinden und so einige waren auch richtig gut besucht.

Alle Höhepunkte des Jahres zu nennen würde hier den Rahmen sprengen, aber es gab zum Beispiel die zweite Fête de la Musique, Ferienprogramme mit vielen Ausfahrten und Workshops, zwei Dorffeste im Historischen Dorf, den zweiten CSD Zwickau, die Sommerbühne, Tanzt in den Mai, endlich wieder das Warmup zum Stadtfest, das erste Funkloch Open Air, die Novembertage, den Gaso Hardcore Bash und so einiges mehr. Alles genau nachzulesen in unserem Blog.

Wir freuen uns, dass – besonders gegen Ende des Jahres – auch wieder viele Gäste den Weg zu unseren Kulturveranstaltungen gefunden haben, die es in der ersten Jahreshälfte durch noch bestehende Corona-Beschränkungen sehr schwer hatten.

Genießt unseren fotografischen Jahresrückblick und freut Euch auf ein fulminantes Jahr 2023, denn auch hier wird es wieder viele tolle Veranstaltungen und Aktionen geben.

Wir danken allen, die uns in dieser Zeit unterstützt haben und weiter unterstützen. Der Alten Gasometer e.V. engagiert sich weiter und bleibt am Ball.

Euer Team des Alter Gasometer e.V.

Vereinsklausur WEITER.DENKEN.2030. im Bethlehem Stift Hohenstein-Ernstthal

Dienstag
20 Dez
2022

Das Team und Teile des Vorstands des Vereins Alter Gasometer traffen sich im Bethlehem Stift Hohenstein-Ernstthal zur Vereinsklausur. Gemeinsam entwickelte die 16-köpfige Gruppe die Trägerkonzeption des Vereins um den Jahreswechsel weiter.

Der Verein geht seit Mitte der 90er-Jahre regelmäßig in eine mehrtägige Klausur. Dabei wird die Alltagsarbeit des Vereins evaluiert und fortgeschrieben, Konzepte entwickelt und geprüft, neue Ideen diskutiert, Visionen gesponnen.

Das Coaching übernahmen dabei wieder der langjährige Weggefährte Ricardo Glaser von der Beratungsgesellschaft SOFUB [Sozialwissenschaftliche Forschung und Beratung] aus Leipzig. Er kennt den Verein und die Stadt Zwickau insbesondere seit 2015 durch die fachliche Begleitung der Zwickauer Partnerschaft für Demokratie. Er gehört zum Autorenteam „unseres“ Zwickau Tickers und begleitete unsere letzten beiden Vereinsklausuren.

Professionelle Arbeit ist auch immer konzeptionelle Arbeit. Die Trägerkonzeption des Vereins Alter Gasometer bildet die Grundlage der mittelfristigen Arbeit des Soziokulturellen Zentrums. Die aktuelle Fortschreibung steht unter der Überschrift WEITER.DENKEN.2030. 

Viele Themen bewegen uns und die Gesellschaft. Viele Themen müssen uns bewegen. Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Corona-Pandemie, Klimakrise, Krieg. Die globalen Krisen beeinflussen auch den Kultursektor und fordern diesen zugleich dazu auf, an Lösungen im Sinne einer Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik mitzuwirken. Dazu kommen sozialen Spaltungen und kulturelle Risse in der Gesellschaft, die uns nicht unberührt lassen. In wenigen Jahren wird unsere Gesellschaft älter sowie transkultureller und unser Alltag digitalisierter sein. Zuwanderung, Generationswechsel, Regionalentwicklung sind zusätzliche Themen.

Wie wird das Zusammenleben in Städten und auf dem Land funktionieren? Wie können Bürgerinnen und Bürger diese Zukunft mitgestalten? Und welchen Beitrag kann die Soziokultur leisten? Mit welchen neuen Formaten der Bürgerbeteiligung, mit welchen künstlerischen Impulsen im Stadtteil, mit welchen Methoden können wir eigene Geschichte, Fragen von Integration und Inklusion u.v.m. bearbeiten und uns somit gemeinsam für eine offene Gesellschaft und lebenswerte Zukunft einsetzen?

Während des Evaluierungs- und Fortschreibungsprozesses galt es auch den Blick auf die Erhöhung der Resilienz bezüglich möglicher weiterer pandemiebedingter Einschränkungen zu lenken. Menschen und Organisationen benötigen mehr denn je die Kunst, nicht den Kopf zu verlieren. Weder Angst noch übertriebener Optimismus sind in unsicheren Zeiten gute Berater. Doch was braucht es, damit Mitarbeiter*innen schwierige Herausforderungen mutig anpacken und der Verein auch zukünftig Krisen gut bewältigen kann. Daher galt es neben inhaltlichen, konzeptionellen Herausforderungen auch interne, strukturelle Abläufe zu analysieren.

Die Klausur war ein erster Aufschlag für die Fortschreibung der Trägerkonzeption des Vereins, bei dem viele neue Ideen entstanden sind und über viele herausfordernden Themen debattiert wurde. Die Ergebnisse werden nun in die Tagesklausuren der Arbeitsbereiche einfließen. Die aktualisierte Trägerkonzeption soll im Sommer 2023 fertig sein.

Der Veranstaltungsort:

Bethlehem Stift der Diakonie Westsachsen in Hohenstein-Ernstthal

Hohenstein Ernstthal liegt nur rund 30 Minuten Autofahrt vom Alten Gasometer entfernt. Schon seit 1891 ist das Bethlehemstift eine gute Adresse christlicher Gastlichkeit: Damals für erholungsbedürftige Kinder und Frauen, heute für Einzel- und Gruppenreisende, Kinder, Familien, Senioren und Menschen mit Behinderungen. Die Gesamtanlage aus drei historischen Gebäuden mit ihrer besonderen Atmosphäre ist heute noch weitgehend in ihrem historischen Stil erhalten. Dementsprechend sind die Gästezimmer und Familien-Apartments individuell auf Grundlage der alten Gebäudeumrisse und zum Teil mit historischen Details gestaltet. Die drei Häuser verfügen über eine Kapazität von 82 Betten, die durch Aufbettungen erweitert werden kann. Vielen Dank dem Team für die gute Betreuung.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V. mit freundlicher Unterstützung durch Fördermittel aus dem sächsischen Programm „KulturErhalt“ und dem Kulturraum Vogtland Zwickau.

Lessing-Gymnasium Hohenstein-Ernstthal ist jetzt Courage-Schule

Donnerstag
15 Dez
2022

Seit gestern, dem 14. Dezember 2022 gehört das G.-E.-Lessing-Gymnasium Hohenstein-Ernstthal offiziell zu den inzwischen fast 4000 Courage-Schulen! Herzlichen willkommen bei Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage!

Nochmals danke an Schülersprecherin Luisa Renatus für ihr super Engagement, an die Schulleitung für ihre Offenheit und an die beiden Paten, Oliver Nießlein von Human Aid Collective sowie Unternehmer Peter Simmel! Die Regionalkoordinatorin Westsachsen, Claudia Drescher-Kriegsmann, freut sich sehr auf die Zusammenarbeit, auch wenn sie krankheitsbedingt ebenso wie Peter Simmel leider nicht persönlich an der Titelverleihung teilnehmen konnte.

Dafür übergab Landeskoordinatorin Marlene Jakob die zwei Schilder mit dem schwarz-weißen Logo. Damit sind es in Sachsen jetzt 109 Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage. In Westsachsen gibt es nun zwölf Courage-Schulen, davon sieben Gymnasien, vier Oberschulen und eine Berufsschule.

Mehr zur Titelverleihung im Beitrag der Freien Presse, Ausgabe Hohenstein-Ernstthal vom 15. Dezember 2022.

Projekttage mit den VW Auszubildenden: Interkulturalität verstehen

Mittwoch
07 Dez
2022

Drei Tage lang haben wir gemeinsam mit dem Nachwuchs von VW Sachsen über Themen wie Heimat, Kultur, Flucht, Zivilcourage und Mediennutzung diskutieren.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Personalverantwortlichen und den Betriebsrat des Standortes. Dabei war man sich einig, dass für die zukünftigen Mitarbeiter eines global wirksamen Unternehmens ein geschultes Bewusstsein der oben genannten Begriffe von Nöten ist.

Was ist Heimat?

Um andere Kulturen verstehen zu können, ist es wichtig sich mit dem eigenen Verständnis von Heimat auseinander zu setzten. Die Jugendlichen sollten dazu heimtatbezogenen Gegenstände vorstellen, die sie am ersten Tag mitbrachten.

Was ist Flucht?

Nach der Auseinandersetzung mit Heimat wurde erarbeitet, was einen dazu bewegt, seine Heimat zu verlassen. Schnell war klar, dass es die unterschiedlichsten Gründe gibt, von zuhause migrieren zu müssen. Gerade die Ursachen, die Menschen aus humanitären Gründen zwingen ihre Heimat zu verlassen, trafen auf Verständnis. Wie es ist, sich aus solchen Gründen von daheim auf den Weg zu machen, erfuhren die Teilnehmer im Gespräch mit einem syrischen Mitarbeiter von VW. Dieser stand ihnen Rede und Antwort auf alle Fragen.

Interkulturelle Kompetenz

Neben der Frage warum Menschen flüchten müssen, beschäftigte sich das junge Team mit dem Umstand, warum fremde Kulturen häufig ungewohnt wirken. Deutlich wurde dabei vor allem, dass Regeln, die man selbst als selbstverständlich erachtet, in anderen Kulturen nicht existieren. Mit einem lustigen Kartenspiel bei dem kein Teilnehmer reden durfte und unterschiedliche Regeln am Tisch galten, wurde dieser Umstand mehr als deutlich.

Meinungsbildung durch Medien

Ein wichtiger Baustein bei der Meinungsbildung junger Menschen sind Medien. Wie Erfahrungen mit anderen Kulturen bewusst manipuliert werden und wie man „FakeNews“ erkennen kann, wurde im letzten Teil der dreitägigen Projekteinheit behandelt. Dabei durften die Teilnehmer selbst zum Gründer von Verschwörungstheorien werden, erfuhren jedoch gleichzeitig, wie sie bewusste Falschmeldungen identifizieren.

Wir haben uns gefreut, mit den Jugendlichen zusammenarbeiten, freuen uns auf viele weitere Gruppen und danken den Referentinnen und Referenten.

Veranstalter: Alter Gasometer e.V.

In Erinnerung an Enver Şimşek. Er wäre heute 61 Jahre alt geworden.

Sonntag
04 Dez
2022

In Erinnerung an Enver Şimşek. Er wäre heute 61 Jahre alt geworden.

Rund um den 27. Januar als Gedenktag an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, des Konzentrationslagers Ausschwitz sowie des Konzentrationslagers Monowitz im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs entstand die Idee, dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eine neue Form zu geben. Neben Blumen und Kränzen setzte Zwickau mit zahllosen bunten Origami-Kranichen ein Zeichen wider das Vergessen.

Mit dem Kranich als Symbol des Glücks, der Klugheit und der Langlebigkeit wollen wir in diesem Jahr auch an die zehn Opfer des NSU erinnern – bunte Kraniche sollen jeweils zum Geburtstag dieser zehn Menschen im Wind fliegen, in den Gedenkbäumen am Schwanenteich.

Derzeit sind wir auf der Suche nach Schulen, die im kommenden Jahr eine Gedenk-Patenschaft für einen der zehn Bäume übernehmen möchten. Bei Interesse bitte per E-Mail im Demokratiebereich des Alten Gasometers melden: demokratie@alter-gasometer.de. Danke!

In ewigem Gedenken an:
Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.