SPENDENAUFRUF zum Gedenken an die Opfer des NSU

Dienstag
19 Okt
2021

Am 04.11.2011 wurde in Zwickau das neonazistische Terrornetzwerk des NSU enttarnt. Über zehn Jahre lebten die Mitglieder im Untergrund. So auch in der Stadt Zwickau. Gedeckt von einem Netzwerk aus Unterstützern, konnten Sie von hier aus Überfälle und Morde planen.

Der Zwickau Zivilgesellschaft ist es wichtig, den Menschen, die diesem Netzwerk zum Opfer gefallen sind, zu gedenken und einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung rechter Strukturen zu leisten, um weitere Gewalttaten zu verhindern.

Dafür brauchen wir eure Unterstützung:

Wachsendes Gedenken

Auf unsere Initiative hin ist in unserer Stadt im Herbst 2019 für jedes Opfer ein Gedenkbaum im Rahmen eines Gedenkortes für ein „wachsendes Gedenken“ gepflanzt worden. Von diesem Ort aus soll das Gedenken weiterwachsen. Daher haben wir die Idee, für jedes Opfer einen Baum in die Heimatstädte zu versenden. Da die Bäume an den unterschiedlichsten Orten stehen sollen und auch die Familien der Opfer in die Wahl des Baumes mit einbezogen werden, benötigen wir eure Unterstützung, um die Wünsche so gut es geht erfüllen zu können.

Den Opfern ein Gesicht geben

Bereits am Tag der Urteilsverkündung gegen Beate Zschäpe gedachte die Zivilbevölkerung Zwickaus den Opfern. Damit die getöteten Menschen nicht nur Namen bleiben, kreierte ein Künstler Banner, auf denen die Namen und Gesichter der Opfer sichtbar sind. Aufgespannt auf Alu-Traversen wurden diese auf dem Hauptmarkt in Zwickau aufgestellt. Diese Banner sollen am 04.11. erneut in Zwickau platziert werden. Damit der Aufbau sichergestellt und die Ausstellungsstücke vor Vandalismus geschützt werden können, sollen die in dieser Aktion gesammelten Spenden verwendet werden.

Hier geht’s zur Spendenaktion: Gedenken an die Opfer des NSU – Alter Gasometer e.V. – betterplace.org

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Kein Schlussstrich – Bundesweite Aktionswochen in Zwickau!

Donnerstag
14 Okt
2021

Pressekonferenz zur Vorstellung des Programms im Gewandhaus Zwickau

Die bundesweiten Aktionswochen unter dem Motto „Kein Schlussstrich!“ sind ab dem 21.10. auch in Zwickau zu Gast. Insgesamt beteiligen sich 15 deutsche Städte daran.

Zehn Jahre ist es her, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) enttarnt wurde. Die Veranstaltungsreihe geht mittels unterschiedlicher Veranstaltungsformate wie Konzerte, Ausstellungen, Theater, Diskussionsrunden und Kino auf die Aufarbeitung des NSU-Komplexes, aktuelle Strukturen und natürlich die Geschichte der Opfer und Hinterbliebenen ein. Ab dem 21.10. finden in Zwickau in Kooperation mit den Zwickauer Novembertagen über 15 Veranstaltungen statt. Wichtiger Bestandteil ist dabei das städtische Gedenken an die Opfer des NSU am 4.11.2021. Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam vom Theater Plauen-Zwickau, dem Alten Gasometer und der Stadt Zwickau organisiert.

Hier geht’s zum Programm:

https://www.theater-plauen-zwickau.de/kein-schlussstrich-.php

Flyer zum Download:

https://issuu.com/wir-gemeinsam/docs/21fly_kein_schlussstrich_2021_final

Als besondere Aktion startet am 15.10.2021 zudem ein Spendenaufruf an die Zwickauer Zivilgesellschaft, um das Gedenken am 04.11. und weitere Aktionen zu finanzieren. Ziel sind 4.000€!

Stammtischkämpfer*innen: Aufstehen gegen Rassismus

Mittwoch
13 Okt
2021

Ein rhetorisches Selbstverteidigungstraining zum Sonntag – kann man schon mal machen, wenn es gegen rechte Parolen geht. Zwölf Stammtischkämpfer*innen kamen am 10. Oktober in der Barterre des Alten Gasometers zusammen, um sich verbal zu wappnen gegen Verallgemeinerungen, Statistik Ping-Pong, Gerüchte und Lügen oder Angstmacherei.

Denn hinter rechten Parolen stecken in der Regel die immer gleichen Argumentationsmuster, wie die Teilnehmenden von den beiden Referent*innen von der Kampagne Aufstehen gegen Rassismus lernten. Und weil uns Stammtischparolen – nicht erst seit Corona, seitdem aber nochmal deutlich häufiger – überall begegnen können, gilt es sich rhetorisch zu rüsten statt wegzuhören. Aktuelle Ereignisse und nicht zuletzt die Wahlergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, gerade im Alltag rechten Parolen etwas entgegensetzen zu können. Dieser Workshop sollte daher Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und engagierte Zwickauer*innen untereinander vernetzen.

Neben dem Erfahrungsaustausch und dem theoretischen Input zu wiederkehrenden Argumentationsmustern wurde es auch ganz praktisch: So ging es in einer Übung mit teils drastischen Parolen wie „Muslimen sollte generell die Einreise nach Deutschland verboten werden“ darum, die erste Schrecksekunde bei der Begegnung mit solchen Sprüchen zu überwinden.

„Was ich für mich heute mitnehme: Bei solchen Diskussionen geht es meistens gar nicht darum, wirklich in einen Meinungsaustausch zu kommen. Vielmehr werden einem eine Vielzahl von scheinbaren Argumenten, die tatsächlich eher Behauptungen sind, um die Ohren gehauen. Da nicht versuchen jedem einzelnen Punkt zu begegnen, sondern bei einem Thema bleiben, kritisch nachfragen woher der Gesprächspartner das weiß, immer unmissverständlich die eigene Haltung klar machen, widersprechen. Darauf kommt es an. Gerade in alltäglichen Situationen sind wir alle gefragt“, meint eine Teilnehmerin.

Organisiert wurde der Workshop von Zwickauer Bürgerinnen. Finanziert wurde das für die Teilnehmenden kostenfreie Angebot über Weltoffenes Sachsen und das Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Ihr möchtet selbst zur Stammtischkämpferin oder zum Stammtischkämpfer werden? Dann informiert euch unter aufstehen-gegen-rassismus.de und meldet euch beim Demokratiebereich des Alten Gasometers. Gern organisieren wir bei Interesse aus der Zivilgesellschaft weitere Seminare.

Erster CSD Westsachsen war ein überwältigender Erfolg!

Samstag
02 Okt
2021

„Das war ein verrückter Tag …700 Leute …völlig abgefahren.“ sind die euphorischen Worte einer Organisatorin und diese spiegeln gut wieder, wie dieser Tag abgelaufen ist. Es war der erste Christopher Street Day (CSD) in Zwickau und deshalb war es besonders spannend, ob denn auch Menschen zur Kundgebung kommen. Zumal das Ganze unter Corona-Bedingungen immer noch etwas schwieriger ist. Doch unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen!

INFO: Der Christopher Street Day (CSD) ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag der Homo-, Bi- und Transsexuellen sowie der Transgender. Der CSD ist eine Demonstration und Feier gegen Diskriminierung und für Gleichstellung, Akzeptanz und Toleranz.

Bereits früh waren Menschen eher da und haben gefragt, ob sie beim Aufbau helfen können. Und es gab einiges Aufzubauen, denn viele Vereine und Organisationen waren am Start und präsentierten sich mit bunten Ständen, informativen Ausstellungen und vielerlei mehr.

Das Programm zog sich über den ganzen Tag und reichte von vielen Redebeiträgen, Musik mit DJ MoNi, einer Modenschau, Speeddating bis hin zu einer musikalischen Bühnenperformance des Berliner Musikers Dan Perry. Die Menschen haben getanzt, geklatscht und waren happy, wurden aber auch zum Nachdenken angeregt und konnten sich über Vieles informieren. Nach dem Auftritt von Dan Perry gab es noch ein Open Mic (ein offenes Mikrofon, an das jede*r herantreten konnte), was auch wahrgenommen wurde.

Wir sind froh, dass so viele Menschen Gesicht gezeigt haben und sich für ein vielfältiges und solidarisches Miteinander eingesetzt haben. Solche Veranstaltungen sind sehr wichtig, um Minderheiten sichtbar zu machen und Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Es waren sehr viele Junge Teilnehmer*innen dabei, aber auch einige ältere, die sich gern informiert haben.  Die Menschen haben sich geöffnet und sich sicher gefühlt, außerdem sind viele persönliche Geschichten ausgetauscht worden. Es haben sich generell viele getraut, sich mitzuteilen: ob über Kleidung oder den Ausdruck ihrer Empfindungen. Letzteres war in einem Fall besonders rührend, da es sogar einen Heiratsantrag auf dem CSD gab! Wir wünschen dem zukünftigen Ehepaar alles Gute!

Doch es gab auch eine Schattenseite:

Bereits im Vorfeld gab es in den Sozialen Medien viele Anfeindungen, Hassreden und Beleidigungen. Und tatsächlich wurden schon beim Aufbau einige Helfer bespuckt und einige Rechtsradikale waren auch in der Nähe. Diese liefen einzeln, wie Spione, zwischen der Menge und in Kleingruppen um die Kundgebung herum. Auf dem Neumarkt haben sich dann auch einige versammelt, was jedoch durch die Polizei aufgelöst wurde. Um Angriffen vorzubeugen wurden einige Teilnehmer von außerhalb bereits am Bahnhof abgeholt und zur Veranstaltung begleitet. Wir und viele Teilnehmer haben versucht das alles auszublenden, fanden es aber traurig, dass Liebe von einigen Menschen scheinbar mit Hass begegnet wird. Wir hoffen, es sind auch alle Teilnehmer*innen wieder gut zu Hause angekommen.

Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit 30 Polizisten ab: Vielen Dank dafür!

Alles in allem eine tolle Veranstaltung! Das schreit förmlich nach Wiederholung!

Die Teilnehmer*innen haben sich gefreut, und die Organisatoren ebenso. Wir sind sehr glücklich darüber, dass der erste CSD so ein toller Erfolg war. Gibt es eine Wiederholung? Gar keine Frage! Und beim nächsten mal gibt es dann eine richtige Parade!

Veranstalter: Aidshilfe Westsachsen e.V. mit freundlicher Unterstützung Alter Gasometer e.V.

Moderation: Daria
Artisten: Dan Perry, CROSSandQUEER, Sasha und DJ MoNi
Fotos: Diana Freydank, unterstützt von Alfredo, Pia

Vielen Dank an alle Unterstützer*innen und natürlich ehrenamtlichen Helfer*innen:

  • Theater Plauen-Zwickau
  • different people e.V.
  • TRANS-INTER-AKTIV Mitteldeutschland
  • CROSSUNDQUEER
  • Roter Baum e.V.
  • pro familia – Beratungsstelle Aue
  • Das Baumhaus
  • Gasthaus 1470
  • JACKT Zwickau – Japan Anime Cosplay Kultur Treffen
  • LSVD – Lesben- und Schwulenverband
  • Linksjugend [‚solid]
  • DIE LINKE
  • BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
  • FDP
  • Bündnis für Demokratie und Toleranz in der Zwickauer Region
  • Zwickauer Partnerschaft für Demokratie
  • Sparkasse Zwickau
  • Stadt Zwickau

Mehr Infos: www.csd-westsachsen.de

Schule ohne Rassismus: Neues Schuljahr, neue Regionalkoordinatorin

Mittwoch
29 Sep
2021

Das neue Schuljahr ist angelaufen und damit auch die neu besetzte Regionalkoordination von Schule ohne Rassismus – Schule ohne Courage (kurz SoR). Denn für die Region Westsachsen gibt es ein neues Gesicht im Courage-Netzwerk: Claudia Drescher ist seit Juli die erste Ansprechpartnerin für alle Schulen im Landkreis Zwickau und im Vogtlandkreis, die den Titel bereits tragen, und alle Schulen, die erst noch Courage-Schule werden wollen.

Bei ihren ersten Schulbesuchen und einem Regionaltreffen in der Dresdner Schauburg (Netzwerken im Kino mit Popcorn!) begegnete die neue Regionalkoordinatorin sehr engagierten und aufgeschlossenen Schulleiter*innen und Lehrer*innen, die nach der „Corona-Pause“ im letzten Schuljahr nun wieder richtig Gas geben wollen, um sich gemeinsam mit ihren nicht weniger motivierten Schüler*innen für Courage, Gleichwertigkeit und gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus einzusetzen. „Ich bin begeistert, wie wichtig den Menschen, die ich in den letzten Wochen kennenlernen durfte, das Thema politische Bildung in der Schule ist. Vielfalt, Toleranz, Demokratie – das alles sollen nicht nur Schlagworte sein, sondern gelebter Schulalltag. Dabei möchte ich nur zu gern unterstützen“, sagt Claudia Drescher.

Im Landkreis Zwickau und im Vogtlandkreis gibt es aktuell 9 Courage-Schulen und eine Einrichtung, die gerade dabei ist in das bundesweite Netzwerk mit rund 3500 Schulen aufgenommen zu werden. Sachsenweit sind es derzeit knapp 100 Schulen.

Ihr kennt das Netzwerk noch nicht? Dann erfahrt ihr mehr auf der neuen Seite von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in Sachsen: https://schule-mit.courage-sachsen.org/

#SAVETHEDATE 10. November 2021 SoR-Regionaltreffen in Zwickau. Mehr Infos folgen!

U18 Wahl in Zwickau – Ergebnisse für Zwickau, den Landkreis, Sachsen und Deutschland

Mittwoch
22 Sep
2021

Eine Woche lang durften die wählen, die eigentlich noch nicht wählen dürfen: Bei der bundesweiten U18 Wahl gaben auch rund 1.100 junge Zwickauerinnen und Zwickauer unter 18 Jahren ihre Stimme ab. In einem deutschlandweiten Projekt vor der eigentlichen Bundestagswahl am 26. September waren seit vergangenem Donnerstag auch in Zwickau Kinder und Jugendliche aufgerufen, bis zum 17.09.21 wählen zu gehen. Die Stimmen wurden bis Freitagabend pro Wahlkreis, Bundesland und für ganz Deutschland ausgezählt und unter folgendem Link bekannt gegeben:

https://wahlen.u18.org/wahlergebnisse/bundestagswahl-2021

INTERESSANTES VORWEG

Der Osten wählt AfD, während die Partei im Westen kaum die Fünf-Prozenthürde schafft! Nur in zwei West-Deutschen Bundesländern springt die AfD über 5 Prozent. (Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg). In den neuen Bundesländern bleibt die AfD nur in Berlin unter 5 Prozent. Am meisten Stimmen erhält sie in Thüringen (über 17 Prozent).

Es lassen sich damit Parallelen zu den Bundestagwahlen und Prognosen herstellen. Zwar schneidet die AfD hier in allen Belangen besser ab, sowohl im Westen, als auch im Osten, aber ähnlich der U18 Wahl ist die AfD im Osten teilweise führende Partei, und hebt damit den Bundesschnitt an. Bei der U18 Wahl sorgt der Osten damit dafür, dass die AfD knapp in den Bundestag einzieht. Generell nährt dies die These des biographischen Wählens. So wie die Eltern wählen, so wählen (später) oftmals auch die Kinder.

Je ländlicher die Region in Sachsen, desto mehr wird AfD gewählt und desto weniger grün. Dies gilt auch für den Landkreis Zwickau. Während in der Stadt Zwickau Grün gewinnt und die AfD nur auf Platz 5 landet, kehrt sich das Bild schon mit den zusätzlichen Stimmen aus dem Landkreis Zwickau um. Hier liegt die AfD mit den Stimmen aus dem ländlichen Raum nur noch knapp hinter SPD und Grünen. Bei noch höherer Wahlbeteiligung könnte sich das Bild möglicherweise vollends drehen und die AfD lege vorn. Ähnliches Bild in Sachsen. Dort liegen die Grünen in Dresden, Leipzig und Zwickau vorn, in Chemnitz knapp hinter der FDP auf Platz zwei. In den ländlichen Landkreisen gewinnt aber die AfD mit teilweise über 30%. Mit Grünen und AfD siegen zudem oftmals zwei Parteien, die sich inhaltlich komplett konträr gegenüberstehen.

ERGEBNISSE FÜR DIE STADT ZWICKAU

Bei den Zwickauer Kindern und Jugendlichen der sieben teilnehmenden Schulen und drei Jugendclubs haben die Grünen mit 15,77 % knapp die Nase vorn. Es folgen direkt dahinter SPD (15,32%) und FDP (14,23%). Ebenfalls in den „Zwickauer Bundestag“ ziehen CDU (12,61%), AfD (10,81%), Linke (8,29%) und Tierschutzpartei (6,85%) ein. Die restlichen Stimmen verteilen sich auf die sogenannten „Sonstigen Parteien“ (16,05%), die allesamt die Fünfprozenthürde nicht schafften. Rechtsextreme Parteien spielen keine Rolle. Bei einer weiteren Umfrage sprachen sich zudem über 45% für Olaf Scholz als neuen Kanzler aus.

Wahlsieger sind letztlich die Grünen, da ohne sie kaum eine Regierungsbildung in Zwickau möglich wäre.  Als Dreier-Regierungen wären Grüne-SPD-CDU, Grüne-SPD-FDP, Grüne-CDU-FDP und, als einzig Variante ohne die Grünen, SPD-FDP-CDU möglich. Sowohl ein bürgerliches/rechtes Lager bestehend aus CDU, FDP und AfD als auch ein linkes Lager bestehend aus SPD, Grünen und Linken hätten keine Mehrheit. Das Direktmandat der jungen Zwickauer g eht wie schon zur letzten Bundestagswahl 2017 an Carsten Körber von der CDU (18,08% der Erststimmen). Diesmal aber hauchdünn vor Gundula Schubert (17,88%).

Insgesamt meldeten die Zwickauer Schulen und Jugendeinrichtungen rund 1.800 Wahlberechtigte (2017: 1200). Die Wahlbeteiligung lag bei 61%. Damit ist die Wahlbeteiligung in Zwickau gegenüber 2017 (50,1%) deutlich gestiegen.

Bei der Zwickauer U18 Wahl zur letzten Bundestagswahl 2017 hatte die CDU mit 24,6% noch deutlich die Mehrheit geholt, die Grünen kamen damals auf 13,5 % und gewannen 2021 hinzu. Die SPD kam damals nur auf 10,5% und konnte ebenfalls deutlich hinzugewinnen, wie auch die FDP (2017: 8,5%). Die Linke verlor hingegen im Vergleich zu 2017 (10,0%). Die AfD erreichte 2017 12,2% und verlor damit ebenfalls leicht. Die Tierschutzpartei hatte es 2017 mit 6,8% schon ins „Zwickauer Parlament“ geschafft und gewann leicht hinzu. DIE PARTEI flog mit 3,2% hingegen aus dem Parlament. 2017 erreichte man noch 6,4%.

ERGEBNISSE FÜR SACHSEN

Bei der U18 Wahl liegt die AfD in Sachsen vorn – dicht gefolgt von den Grünen. Der Wahlsieger bei Kindern und Jugendliche in Sachsen ist mit 16,72 % die AfD, dicht gefolgt von Bündnis 90/Die Grünen mit 15,63 % – auch hier liegen überraschenderweise zwei Parteien in Führung, die sich inhaltlich diametral gegenüber stehen. Auf den folgenden Rängen liegen die SPD (12,91 %), die FDP (12,86 %), die CDU (10,69 %), die LINKEN (9,82 %) und die Tierschutzpartei (7,22 %). Die sonstigen Parteien erreichten insgesamt 14,13 %. Interessant ist auch der Vergleich mit den Ergebnissen der letzten U18-Landtagswahl 2019 in Sachsen. Damals lagen die Grünen mit 27,19 Prozent vorn.

ERGEBNISSE BUNDESWEIT

Zum Vergleich: bundesweit konnten Bündnis 90/Die Grünen mit 21,02 Prozent bei den jungen Menschen am meisten punkten.

WEITERE INFOS

Die U18-Bundestagswahl wurde auch in diesem Jahr durch den Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. (KJRS) als Landeskoordinierungsstelle umgesetzt. In Sachsen waren über 220 Wahllokale in Jugendeinrichtungen, als mobile Wahllokale, bei Ferienfreizeiten und in Schulen geöffnet. Fast 12.000 junge Menschen haben hier ihre Stimme abgegeben, damit lag die Wahlbeteiligung auf dem gleichen Niveau wie zur U18-Landtagswahl 2019.

Für das Stadtgebiet Zwickau hatte der Verein Alter Gasometer ein zentrales Wahlbüro gemeldet, welches die Stimmen aus den Jugendeinrichtungen und Schulen sammelte. Dafür wurden in den

Schulen zum Teil temporäre Wahllokale eingerichtet. Mit einem Schulabbrecher-Projekt wurde das Jugendcafé im Gasometer kurzerhand umfunktioniert, um im Rahmen eines Projekttages das Thema Wahlen zu beleuchten und anschließend den Stimmzettel mit Erst- und Zweitstimme in die Wahlurne einzuwerfen.

Neben dem Erleben eines Wahlakts lernten die Kinder und Jugendlichen auch andere Möglichkeiten der demokratischen Mitbestimmung kennen. Erstmalig nahmen Kinder einer Grundschule teil. Die Schule am Scheffelberg erklärte ihren 3. und 4. Klassen, warum die Erwachsenen am 26.09.2021 ihre Stimme abgeben.

Zusätzlich zu den Wahlzetteln wurde in Zusammenarbeit mit dem Zwickauer Jugendbeirat auch einen Fragebogen ausgegeben, um mehr über die Meinung und Haltung der Jugendlichen zu Themen wie Klimawandel, politisches Interesse oder Schule unter Corona-Bedingungen zu erfahren. Die Ergebnisse dieser Umfrage teilen wir zeitnah mit.

ACHTUNG: DIE STIMMEN FÜR DEN LANDKREIS ZWICKAU GLEICHEN SICH NICHT 1:1 MIT DENEN VON https://wahlen.u18.org/wahlergebnisse/bundestagswahl-2021, DA UNS STIMMEN FÜR DIE STADT ZWICKAU NACHGEMELDET WURDEN, DIE IM ONLINE PORTAL NICHT MEHR NACHGETRAGEN WERDEN KONNTEN.

Die Verfassungsschüler im Jugendclub Kirchberg

Dienstag
21 Sep
2021

Der Verein „Alter Gasometer“ integriert das Projekt „die Verfassungsschüler“, welches im Schuljahr 2021/2022 im Jugendclub Kirchberg zum ersten Mal stattfindet und die Jugend- und Demokratiearbeit verbindet. Das Projekt wurde von Teach First Deutschland ins Leben gerufen. Es geht darum, Jugendliche ab ca. 14 Jahren im Rahmen zahlreicher spannender Workshops, Exkursionen und Veranstaltungen, Wissen und Praxis kombiniert zu vermitteln. So werden sie im Bereich Demokratie und Partizipation gestärkt, unterstützt sowie zu „Verfassungsschülern“ ausgebildet.

Die ausgebildeten Demokratiescouts des Vereins „Alter Gasometer“ begleiten nicht nur die Teilnehmenden, sondern klären auf. Es wird aufgezeigt, welche demokratischen Rechte sie haben, dabei werden die Jugendlichen sogar selbst aktiv. Sie engagieren sich in verschiedenen Projekten und erfahren Partizipation. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu erreichen, die bisher wenig Möglichkeiten hatten, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Das Projekt „Die Verfassungsschüler“ will Jugendliche darin bestärken, für ihre Rechte einzustehen und sich einzubringen. Die mangelnden Beteiligungsmöglichkeiten und vor allem fehlende Vorbilder und Begleiter*innen für Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Milieus können zu Orientierungslosigkeit, Frustration, Desinteresse und im schlimmsten Fall Abwendung von demokratischen Werten führen. Deshalb ist es für eine offene und starke Zivilgesellschaft von besonderer Bedeutung, allen jungen Menschen Gelegenheit zu bieten, sich einzubringen, ihre Selbstwirksamkeit zu stärken, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Handlungsfähigkeit auszubauen.

„Die Verfassungsschüler“ bieten genau das: Jugendliche, die am Projekt teilnehmen, setzen sich wöchentlich mit den Themen demokratische Werte, Verfassung, Grundrechte und Partizipation auseinander.

Das Projekt macht Demokratie erlebbar und begeistert Jugendliche für politische Teilhabe und eigenes Engagement, damit unsere Gesellschaft vielfältiger wird.

Ausführlich Informationen finden sie auf der Homepage von Teachfirst:
https://www.teachfirst.de/demokratiebildung/verfassungsschueler/

Wahlforum zur Bundestagswahl

Montag
13 Sep
2021

Da war aber mal ordentlich Feuer unter dem Dach! Nachdem zu den letzten Wahlforen auf landes- und kommunaler Ebene in den vergangenen Jahren oftmals Einigkeit und eher selten Kontroverse herrschten, war zum Wahlforum zur anstehenden Bundestagswahl im Alten Gasometer von Beginn an die Bedeutung der diesjährigen Wahl zu spüren. Die sechs Kandidat*innen hatten zu den Themen Arbeit, Soziales, Gesundheit, Wirtschaft und Demokratie, für die sich das Publikum bei einer Abstimmung zu Beginn der Veranstaltung entschied, teils deutlich unterschiedliche Auffassungen und scheuten es nicht, diese auch den Kontrahent*innen energisch mitzuteilen. Die knapp 150 anwesenden Gäste bekamen ebenfalls die Möglichkeit Fragen zu stellen, kommentierten aber auch oftmals durch Applaus, Raunen und hier und da mal einen Zwischenruf. Ein wirklich lebhafter Debatten-Abend, der über zwei Stunden andauerte und von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Freien Presse und dem Alten Gasometer organisiert wurde.

Im Wahlkreis 165/Zwickau stellten sich Carsten Körber (CDU), Gundula Schubert (SPD), Matthias Mossdorf (AfD), Dr. Jürgen Martens in Vertretung für Nico Tippelt (FDP), Sabine Zimmermann (DIE LINKE) und Wolfgang Wetzel (Bündnis 90/GRÜNE) den Fragen des Publikums.

Das Wahlforum wurde via Livestream über die Gasometer-Kanäle übertragen und kann hier nachgeschaut werden:

Veranstalter: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Gedenken der Toten durch den Faschismus

Sonntag
12 Sep
2021

Demokratiebereich nimmt an offizieller Gedenkveranstaltung teil

Der zweite Sonntag im September ist seit vielen Jahren der Gedenktag der Opfer des Faschismus. Seit der Wiedervereinigung auch bundesweit. In Zwickau begeht man dieses Gedenken am Ehrenmal der Opfer des Faschismus am Schwanenteich. Vertreter unterschiedlicher Parteien, Stadträte, des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten e.V., das Bündnis für Demokratie und Toleranz sowie Teilnehmer der Zivilgesellschaft erinnerten an die vielen Menschen die dem Faschismus zum Opfer fielen.

Kultur wählt Demokratie

Sonntag
05 Sep
2021

Die Kampagne des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. mit dem Namen „KULTURwähltDEMOKRATIE“ setzt ein Zeichen für die Demokratie in Sachsen und bundesweit. Ziel ist, Demokratie positiv erfahrbar zu machen und die Kultur als Demokratiepartner zu stärken. Der Alte Gasometer e.V. ist mit dabei, um vor den Wahlen noch einmal zusätzlich die Wichtigkeit der Thematik ins Bewusstsein zu rufen.

„KULTURwähltDEMOKRATIE“ heitß: Die Kraft von Kunst und Kultur nutzen! Für die Demokratie ein Zeichen setzen! Demokratische Werte erfahrbar machen! Kultur und Demokratie bedingen sich immer gegenseitig – in der Qualität unseres Zusammenlebens und der Verfasstheit unserer Gesellschaft. Kultur ist damit ein Demokratiepartner und befähigt zum politischen Handeln und gesellschaftlichen DialogDieser Kerngedanke stand Pate bei der Entwicklung einer Kampagne, die anlässlich der anstehenden Bundestagswahl, Kultureinrichtungen und Kulturschaffende dazu einlädt, mit ihrer Institution, ihrem Projekt, ihrem Verein oder Netzwerk eine Plattform für die Demokratie zu sein.

Mehr zur Kampagne erfährt man hier: www.soziokultur-sachsen.de/kampagne

#kulturwaehltdemokratie